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20.05.2009 Unbesiegte Geißeln der Menschheit
Noch Mitte des 17. Jahrhunderts wütete die Pest in Deutschland so stark, dass sie manche Landstriche menschenleer hinterließ. Der Erreger dieser auch als "schwarzer Tod" bezeichneten Seuche wurde jedoch erst 1894 entdeckt: Ein Bakterium, das nach seinem Entdecker Alexandre Yersin Yersinia pestis genannt wurde und durch Rattenflöhe auf den Menschen übertragen wird. Obwohl sich die Krankheit mittlerweile gut mit Antibiotika behandeln lässt, zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch immer jährlich etwa 2.500 Pestfälle mit 200 Toten. „Nagetiere sind verhältnismäßig resistent gegen den Erreger und so kann sich ein kontinuierlicher Ratte-Floh-Infektionszyklus aufrechterhalten", erklärt Dr. Alexander Rakin von der Ludwig-Maximilians Universität in München. „Dadurch besitzt das Pestbakterium überall auf der Welt Reservoire und kann immer wieder auf den Menschen übergreifen." Lepra kann lange unerkannt bleibenDer Kampf gegen die Lepra scheint auf den ersten Blick aussichtsreicher zu sein. Inzwischen ist diese Krankheit, die durch das Mycobacterium leprae ausgelöst wird, in fast allen Ländern auf dem Rückzug. Problematisch ist jedoch weiterhin, dass viele Menschen den Erreger in sich tragen und nicht daran erkranken. Zudem kann es bis zu 40 Jahre dauern, bis die ersten Symptome der Lepra auftreten. „Wir sehen also wie bei einem Eisberg nur den verschwindend kleinen Teil der Infizierten, die tatsächlich erkranken", so Dr. Adolf Diefenhardt von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. "Die vielen stummen Überträger können wir nicht erfassen." Anlass zur Sorge gibt auch weiterhin die Entwicklung der Tuberkulose. Diese bakterielle Krankheit ist zwar in Deutschland auf dem Rückzug, doch weltweit entstehen zunehmend Erreger-Stämme, die gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent sind. Mittlerweile erkranken jährlich mehr als 8 Millionen Menschen neu an Tuberkulose, 2 Millionen sterben an den Folgen.
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