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12.06.2009 Abnehmen mit Kohlenhydrat- oder Fett-Diät – die Energiebilanz zählt Amerikanischen Medizinern zufolge hat die Zusammensetzung der Nahrung an sich keinen Einfluss auf das Körpergewicht (NEJM 2009, Band 360, Seite 859). In einer umfangreichen Untersuchung verglichen die Wissenschaftler den Gewichtsverlauf von über 800 Menschen während eines Zeitraums von 2 Jahren, die sich bei ansonsten ähnlicher Lebensweise unterschiedlich ernährten. Die Ernährung von 2 Teilnehmergruppen bestand aus fettarmer, aber kohlenhydratreicher Nahrung: 20% Fett, 15% Protein und 65% Kohlenhydrate bzw. 25% Protein und 55% Kohlenhydrate. Die Teilnehmer zweier weiterer Gruppen ernährten sich dagegen fettreich und kohlenhydratarm: 40% Fett, 15% Protein, 45% Kohlenhydrate bzw. 25% Protein und 35% Kohlenhydrate. Die vorgeschriebenen Diäten waren so berechnet, dass jeder Teilnehmer 750 Kilokalorien weniger zu sich nahm als er täglich verbrauchte. Eine direkte Auswirkung auf das Körpergewicht hatten diese unterschiedlichen Zusammensetzungen nicht. So verloren beispielsweise die Teilnehmer 3,3 Kilogramm Gewicht, egal ob sie sich fettarm oder fettreich ernährten. Auch zwischen der kohlenhydratreichen und -armen Ernährung gab es keinen Unterschied. Trotzdem wirkten sich die verschiedenen Ernährungsarten auf die Gesundheit aus: Die fett- und die kohlenhydratreiche Ernährung senkten die Mengen an LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin") besonders stark, während in der kohlenhydratarmen Gruppe das gute Cholesterin (HDL-Cholesterin) am meisten profitierte und signifikant anstieg. In allen Gruppen sanken zudem der Blutdruck und andere Bluttfettwerte. Die Forscher registrierten auch einen typischen Effekt, wie er bei den meisten Diäten auftritt: Trotz regelmäßiger Ernährungsberatung nahmen die meisten noch im Verlauf der Studie wieder zu. Betrug der Gewichtsverlust nach einem halben Jahr noch 6 Kilo, so lag er am Ende der Studie nach 2 Jahren nur noch bei durchschnittlich 4 Kilo. Die bisherigen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit verschiedener Diäten sind widersprüchlich. Dementsprechend unterschiedlich sind die Empfehlungen, die Mediziner und Ernährungsratgeber übergewichtigen Menschen geben, um ihr Gewicht zu reduzieren. „Die Qualität der neuen Daten ist außerordentlich hoch. Die Ergebnisse sind deshalb eindeutiger und verlässlicher als bei vielen früheren Studien zu diesem Thema", sagt Dr. Thorsten Siegmund, Ernährungsmediziner vom Klinikum München-Bogenhausen. Die Studie bestätigt seiner Meinung nach, dass die Kalorienmenge für den Gewichtsverlust entscheidend ist: "Letztlich lassen sich alle Empfehlungen zum Thema Körpergewicht zusammenfassen: Wer mehr Energie verbraucht als er aufnimmt, verliert Gewicht, wer mehr isst als er benötigt, nimmt zu - ob die Kalorien von Fetten, Proteinen oder Kohlenhydraten stammen, spielt dabei keine Rolle", erklärt Dr. Siegmund. Wie die Studie zeigt, kann man durch die Art der Ernährung allerdings sehr wohl Einfluss auf seine Gesundheit nehmen und beispielsweise sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes beeinflussen. „Die besten Erfahrungen - insbesondere für Menschen mit „bauch"-betontem Übergewicht (Metabolisches Syndrom) - haben wir mit einer moderat kohlenhydratreduzierten Ernährung mit einem 25 bis 35%igen Kohlenhydrat-Anteil gesammelt. Bedingt durch die niedrige glykämische Last und die gleichzeitige Auswahl von Kohlehydraten mit niedrigem glykämischen Index wird neben einem effektiven Gewichtsverlust gleichzeitig der Blutzuckerspiegel kaum erhöht - diese Form der Ernährung wird unter anderem auch als LOGI-Methode bezeichnet. Die Basis bilden kohlenhydratfreies oder -armes Gemüse und Obst. Eiweißlieferanten sind Fisch, Geflügel, Fleisch, Eier und Milchprodukte sowie Nüsse und Hülsenfrüchte. Getreideprodukte, d.h. vor allem Brot und Backwaren aus raffiniertem Mehl, Kartoffeln, Reis, Süßwaren und mit Zucker gesüßte Getränke sollten gemieden bzw. nur in kleiner Menge aufgenommen werden. Aufgrund des höheren Fettanteils in der Nahrung muss insbesondere auf „wertvolle" Fette geachtet werden", empfiehlt Dr. Siegmund.
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