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16.06.2009 Forscher treiben Krebszellen in den Selbstmord Eine neue Kombinationstherapie für die Behandlung von Leberkrebs und anderer Tumoren des Bauchraumes haben Heidelberger Wissenschaftler erfolgreich in der Zellkultur getestet. Die beiden Substanzen TRAIL und Bortezomib ergänzen sich optimal, da Bortezomib die Krebszellen sensibilisiert, während TRAIL ihnen dann das endgültige Signal zum Selbstmord (Apoptose) gibt. Das Protein TRAIL (Tumor Necrosis Factor Related Apoptosis Inducing Ligand) erkennt Krebszellen, dockt an diese an und gibt ihnen den Befehl zum Selbstmord. Verschiedene im Labor hergestellte TRAIL-Verbindungen werden bereits seit einigen Jahren klinisch getestet - mit unterschiedlichem Erfolg: während erste Studien beim Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) positiv ausfallen, sprechen solide Tumoren des Bauchraums auf diese Therapie weniger gut an. Deshalb setzten die Wissenschaftler einen 2. Wirkstoff namens Bortezomib ein, ein bereits zugelassenes Krebsmedikament, das an völlig anderer Stelle angreift. Bortezomib blockiert das Proteasom-System, eine Art "Schredder" in der Zelle, der nicht mehr benötigte Eiweiße in ihre Einzelteile zerlegt. Wird der "Schredder" durch Bortezomib blockiert, werden auch die Stoffe nicht zerstört, die das Selbstmordsignal von TRAIL weitergeben. Die neuen Ergebnisse zeigen auch, dass gesunde Zellen vor der kombinierten Wirkung aus TRAIL und Bortezomib geschützt sind. Da die Krebszellen im Vergleich zu gesunden Leberzellen einen erhöhten Stoffwechsel haben, fallen mehr Abfallprodukte an, die durch das Proteasom zerkleinert werden müssen. Darum werden gesunde Leberzellen von der Kombinationstherapie weitgehend verschont. Bei Tumorzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebses und des Dickdarmkrebs wurde die Kombinationstherapie ebenfalls erfolgreich in Zellkulturen getestet. Doch bis zur Anwendung in der medizinischen Praxis ist es noch ein weiter Weg: Zunächst muss die Verträglichkeit der Therapie bei Tieren überprüft werden, bevor sie beim Menschen eingesetzt werden kann. Das Leberzellkarzinom - weltweit häufig, schwer zu therapierenDas Leberzellkarzinom geht meist aus einer chronischen Schädigung der Leberzellen hervor und macht etwa 6% aller Krebserkrankungen beim Mann und circa 3% bei der Frau aus. Gefährdet sind vor allem Patienten, die an einer Leberzirrhose in Folge einer Infektion mit dem Hepatitis-B- oder -C-Virus leiden.
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