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23.06.2009 Stress schlägt auf die Psyche Schlafstörungen, Nervenflattern oder Reizbarkeit nehmen Arbeitnehmer besser nicht auf die leichte Schulter. Sie können erste Anzeichen dafür sein, dass der Stress im Job auf die Psyche schlägt. Viele Betroffene nehmen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) solche Symptome am Anfang nicht ernst und schieben die Beschwerden auf etwas anderes. Psychische Leiden sind nach Angaben von Krankenkassen immer häufiger der Grund dafür, dass Arbeitnehmer im Job fehlen. Das ergibt sich aus dem im März vorgestellten Gesundheitsreports der DAK und der Barmer. Demnach ist der Anteil solcher Erkrankungen an den Fehlzeiten heute anderthalbmal so hoch wie vor fünf Jahren. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten leidet zudem unter typischen Symptomen von Stress, der sich zu psychischen Erkrankungen auswachsen kann: Das sind zum Beispiel Schlafstörungen (53%), depressive Verstimmungen (37%), Nervosität (36%) und Konzentrationsstörungen (32%). Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist die Gefahr hoch, dass Arbeitnehmer sich überlasten und seelische Probleme nicht zugeben. In der jetzigen Situation erhöht sich natürlich der Druck. Betroffene fürchten ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht funktionieren. Dadurch geraten sie aber leicht in einen Teufelskreis. Statt etwas gegen ihre Leiden zu unternehmen, schleppten sich viele weiter zur Arbeit, obwohl sie innerlich schon vor Arbeitsbeginn „fix und fertig" sind. Der erste Schritt aus diesem Teufelskreis heraus ist dabei der DGPPN zufolge oft besonders schwer. Im Gegensatz zu anderen Büroleiden wie Rückenschmerzen sind seelische Leiden immer noch ein Tabuthema, über das niemand gerne offen redet. Betroffene müssen daher zunächst den Mut finden, das Schweigen zu brechen. Viele machen sich dabei nicht klar, wie groß die Zahl derjenigen ist, die schon einmal psychische Leiden hatten. Wer sich überwindet und darüber spricht, macht daher oft die Entdeckung, dass auch Kollegen sagen: „Das Problem kenne ich." Eine mögliche erste Anlaufstelle ist auch der Betriebsarzt. Er kann dabei helfen, die Ursachen zu erkennen, wenn Beschäftigten der Job psychisch zu schaffen macht. Spielen dabei auch bestimmte Abläufe oder Strukturen am Arbeitsplatz eine Rolle, ist das schon eine hilfreiche Erkenntnis. Gerade bei Depressionen haben viele Menschen das Gefühl, in einer Tretmühle zu sein und nichts daran ändern zu können. Wenn sich aber herausstellt, dass die eigenen Probleme nicht nur hausgemacht, sondern auch den äußeren Umständen im Job geschuldet sind, ist das eine gute Nachricht - denn dann lässt sich gemeinsam mit dem Chef etwas daran ändern.
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