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17.07.2009

Schlafmangel ist für Frauen gefährlicher als für Männer

Zu wenig Schlaf wirkt sich offenbar auf die Geschlechter unterschiedlich aus. „Frauen, die regelmäßig weniger als 8 Stunden schlafen, haben möglicherweise ein höheres Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, als Männer mit einem vergleichbaren Schlafrhythmus. In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass Blutwerte, die im Zusammenhang mit Erkrankungen des Herzens stehen, bei Frauen bereits bei einem Schlafdefizit von 1 Stunde erhöht sind", berichtet Dr. Wolfgang Wesiack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) und verweist dabei auf eine Untersuchung von Forschern um Michelle Miller von der Warwick University in Coventry, Großbritannien. Die Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift Sleep veröffentlicht.

Für die Studie wurden die Daten von 4600 Teilnehmern herangezogen, 73% davon waren Männer. Die Probanden waren zwischen 35 und 55 Jahren alt. Die Schlafgewohnheiten der Studienteilnehmer wurden in einem Fragebogen erfasst, der Gesundheitszustand in einer medizinischen Untersuchung mit Blutabnahme ermittelt. „Es stellte sich heraus, dass Frauen, die eine Schlafdauer von 7 Stunden angaben, einen höheren Wert des Botenstoffes Interleukin-6 (IL-6) aufwiesen, als Frauen, die im Schnitt 8 Stunden schliefen. Dies deutet auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hin", erklärt Dr. Wesiack. „Ein zweiter Marker, das so genannten C-reaktiven Proteins (hs-CRP) gibt ebenfalls einen Hinweis auf ein höheres Infarktrisiko. Die CRP-Werte waren bei Frauen erhöht, die weniger als 5 Stunden Schlaf angegeben hatten."

Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, nach denen weniger als 5 Stunden Schlaf dauerhaft das Risiko erhöht, ab einer Herzerkrankung zu sterben, gleichzeitig aber auch sehr langes Schlafen mit höherer Sterblichkeit durch andere Erkrankungen in Verbindung zu stehen scheint. „Eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden scheint bei Männern und Frauen optimal zu sein, wobei bei Frauen zu wenig Schlaf die Gesundheit des Herzens offenkundig stärker belasten kann", erläutert der BDI-Vorsitzende. „Weitere Studien werden nötig sein, um den Zusammenhang eingehender zu erforschen."

 


 

 



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