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31.07.2009 Verhaltensänderungen oft wirksamer als Medikamente Bei der Erforschung von Möglichkeiten, wie Patienten mit bestimmten Krankheiten am besten behandelt werden können, ist es üblich, die Wirksamkeit verschiedener Medikamente oder anderer Therapieverfahren wie zum Beispiel einer Operation miteinander zu vergleichen. „Ein großer Anteil vorzeitiger Todesfälle ist jedoch auf Verhaltensweisen von Menschen in Bezug auf ihre Gesundheit zurückzuführen. So kann durch eine Änderung des Verhaltens eines Patienten in einigen Fällen ein besserer Erfolg in der Vermeidung eines ungünstigen Krankheitsverlaufs erreicht werden als beispielsweise durch medikamentöse Therapien. Bei dieser Änderung von Verhaltensweisen kann die Beratung durch einen Arzt den Patienten sehr wirksam unterstützen", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) und verweist dabei auf eine Veröffentlichung von Kevin G. Volpp und Anup Das im der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins New England Journal of Medicine. Die Forscher gehen davon aus, dass 40% aller vorzeitigen Todesfälle in den USA mit dem Verhalten von Menschen in Bezug auf ihre Gesundheit zusammenhängen. Daraus ergibt sich für die Wissenschaftler, dass es von großer Bedeutung ist, auf der Handlungsebene den Verlauf von Erkrankungen zu beeinflussen. „In einer Studie wurde beispielsweise gezeigt, dass bei Menschen mit einem erhöhten Blutzucker-Spiegel eine Änderung des Lebensstils die Entstehung von Diabetes wirksamer verhindern kann als die Einnahme des Medikamentes Metformin. Die Änderung des Lebensstils verringerte die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, um 58%, während mit dem Medikament eine Verringerung um 31% erreicht wurde", berichtet Dr. Wesiack. Diese Studie wurde über eine Zeitdauer von knapp 3 Jahren durchgeführt. Durch finanzielle Anreize hören nach den Erkenntnissen der US-amerikanischen Forscher mindestens ebenso viele Menschen mit dem Rauchen auf wie durch die Einnahme von Medikamenten oder die Verwendung von Nikotinpflastern oder -kaugummis. „Die Resultate gelten dabei für einen Zeitraum von 12 Monate der Abstinenz vom Rauchen", erklärt Dr. Wesiack. „Diese Behandlung auf einer Verhaltensebene könnten nicht nur mindestens ebenso wirksam sein wie medikamentöse Therapien, sondern auch kostengünstiger. Dies muss jedoch in weiteren Studien genauer untersucht werden. In jedem Fall ist es sinnvoll, bei der Bewertung und beim Vergleich verschiedener Behandlungsmethoden diese Änderungen von Verhaltensweisen, die auch durch politische Entscheidungen herbeigeführt sein können, mit einzubeziehen."
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