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11.08.2009 Risikoärmere Diagnose der Schaufensterkrankheit Verengungen der Beinarterien können unbehandelt schwere Folgen haben, die bis zur Amputation reichen. Entsprechend wichtig ist die frühzeitige korrekte Diagnose des Leidens, das im Volksmund auch unter dem Namen "Schaufensterkrankheit" bekannt ist. Das bislang beste Diagnoseverfahren ist aber nicht ungefährlich. Mediziner der Universität Bonn haben nun eine Alternative vorgestellt: Das neue Verfahren ist weniger riskant, scheint aber laut einer Studie ebenso sichere Ergebnisse zu liefern. Mit Hilfe moderner Bildgebungsverfahren und eines so genannten Kontrastmittels lassen sich Blockaden in den Venen sichtbar machen. Ein solches Kontrastmittel kann entweder mit Hilfe eines Katheters zum mutmaßlichen Engpass gebracht oder mittels einer Injektion verabreicht werden. Letzteres ist schonender, da so auf einen Katheter verzichtet werden kann. Der Blutstrom schwemmt das gegebene Mittel in kurzer Zeit zur betroffenen Arterie. Wenn es dort die Engstelle passiert, wird diese im Kernspintomografen sichtbar. Allerdings verdünnt sich das Kontrastmittel bei seiner Reise durch den Körper. Die Bilder wirken "verwaschen" und erlauben daher keinen so genauen Aufschluss über Ausmaß und Lage der Blockade. Dazu kommt, dass die Nieren das Kontrastmittel schnell wieder herausfiltern. 100%-ige GenauigkeitDie Bonner Wissenschaftler haben daher ein neuartiges Kontrastmittel getestet. Die Substanz bindet an das Blutprotein Albumin und bleibt so weitaus länger im Körper, bevor es von den Nieren herausgefischt wird. Auf diese Weise werden gewissermaßen längere "Belichtungszeiten" möglich. Die so erzielbaren Aufnahmen sind somit weitaus kontrastreicher. In einer Studie haben die Forscher die neue Substanz an 27 Patienten erprobt. In jedem einzelnen Fall kamen sie dabei nach eigenen Angaben zum selben Ergebnis wie mit der bisherigen Standardmethode mittels Katheter. Die Forscher hoffen nun, dass das neue komplikationsarme Verfahren die riskantere Standardmethode zumindest in einem Teil der Fälle ersetzen könnte. In Deutschland leiden nach Schätzungen bis zu 10 Millionen Menschen unter der Schaufensterkrankheit. Unbehandelt führt das Leiden letztlich zur Amputation. Allein in Deutschland ist das jährlich bei etwa 30.000 Betroffenen der Fall. Dabei lässt sich die Erkrankung bei frühzeitiger und korrekter Diagnose gut therapieren - beispielsweise durch gezieltes Gehtraining, eine cholesterinarme Diät, strikten Verzicht auf Zigaretten oder auch durchblutungsfördernde Medikamente. In schweren Fällen können Ärzte zudem eine Gefäßstütze einsetzen oder die Ader mit einem Ballon aufweiten. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die betroffene Stelle mit einem Bypass zu umgehen. Die Durchblutungsstörung äußert sicht zunächst oft ganz unspektakulär mit kalten Füßen. Später kommen bei längeren Wanderungen krampfartige Schmerzen hinzu. Schließlich treten die Beschwerden schon bei kurzen Spaziergängen auf. Die Betroffenen müssen dann anhalten, bis die Schmerzen abgeklungen sind. Aus Scham oder zur Ablenkung erfolgen diese Stopps häufig an Schaufenstern, daher der Name "Schaufensterkrankheit".
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