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21.08.2009 Zweifel an Zusammenhang zwischen Entzündungen und Herzinfarkten Die Schädigung von Blutgefäßen durch Arteriosklerose und die Folgen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle sind offenbar in erster Linie auf den westlichen Lebensstil zurückzuführen und weniger, wie oftmals vermutet, auf entzündliche Vorgänge im Körper. „Bisher war man davon ausgegangen, dass chronische Entzündungen im Körper das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass bei Menschen mit sehr ursprünglicher Lebensweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen äußerst selten vorkommen, obwohl diese Personen sehr häufig chronische Entzündungen durch Parasiten oder andere Erreger haben", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) und verweist auf eine Studie von Forschern um Michael Gurven von University of California in Santa Barbara. Die Arbeit wurde im Online-Fachportal PLoS ONE veröffentlicht. Seit 2002 untersuchten die Wissenschaftler den Gesundheitszustand des Tsimane, einer Volksgruppe von etwa 9000 Menschen, die im bolivianischen Amazonasgebiet lebt. Die Tsimane ernähren sich von der Jagd und vom Fischfang sowie dem Anbau von Nutzpflanzen. „Von 570 Personen im Alter von über 40 Jahren zeigte keine einzige Anzeichen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, 3 Personen hatten leichten Bluthochdruck. Erkrankungen des Herz-Kreisaufsystems kommen bei den Tsimane also praktisch nicht vor, obwohl etwa drei Viertel der Menschen von Würmern oder Einzellern infiziert sind. Ein Drittel der Tsimane leidet an Atemwegserkrankungen, ein Viertel an Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Gleichzeitig sind bei den Tsimane hohe Blutwerte des C-reaktiven Proteins (CRP), das einen Hinweis auf eine Entzündung darstellt, sowie niedrige Werte des schützenden HDL-Cholesterins und mäßig erhöhte Trigylcerid-Werte zu verzeichnen. Bei westlichen Populationen sind dies typische Marker für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko", berichtet Dr. Wesiack. In Verbindung mit der Lebensweise der Tsimane stellen diese Faktoren offenbar kein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkankung dar. Die hohe körperliche Aktivität, ein niedriger Body-Mass-Index (BMI), eine geringer Wert des schädlichen LDL-Cholesterins sowie geringer Tabakkonsum wirken sich günstig auf die Gesundheit des Herzens und der Blutgefäße aus. „Die Ergebnisse der Studie liefern Belege dafür, dass eine chronische Entzündung ohne andere Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bewegungsmangel und zu üppige Ernährung, keinen Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung darstellt", erklärt Dr. Wesiack. „Ein entscheidender Faktor für die Gesundheit des Herzens und der Gefäße ist regelmäßige Bewegung. Leichte bis mittlere sportliche Aktivität von 30 Minuten täglich senkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erheblich. Eine US-amerikanische Untersuchung zeigt, dass zwei Drittel der US-Amerikaner sich in ihrer Freizeit nicht einmal 10 Minuten in der Woche sportlich betätigen."
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