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14.09.2009 Keine Scheu vor ärztlicher Untersuchung bei Hämorrhoiden Obwohl Hämorrhoiden sehr weit verbreitet sind - jeder zweite Erwachsene über 30 Jahren ist davon betroffen - sind diese Beschwerden und andere Erkrankungen des Enddarms noch immer ein Tabu-Thema. „Viele Betroffene greifen daher auf eigene Faust zu einer Hämorrhoidensalbe, ohne die genauen Symptome mit einem Arzt zu besprechen. Eine Untersuchung durch einen Arzt ermöglicht jedoch eine zielgenauere Therapie und hilft damit, das Jucken und Brennen im Analbereich dauerhaft loszuwerden. Insbesondere bei Blut im Stuhl sollte der Darm genauer untersucht werden, auch um andere Erkrankungen auszuschließen", rät Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Leichte und mittlere Beschwerden können mit Salben und Zäpfchen gelindert werden. „Die Präparate enthalten Wirkstoffe, die Entzündungen und Schmerzen entgegenwirken. Auch Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen, zum Beispiel aus Eichenrinde oder Kamille, können Linderung verschaffen", erklärt Prof. Raedsch Die medikamentöse Behandlung kann das Leiden an sich jedoch nicht beheben. „Eine Verödung der Hämorrhoiden mittels der Injektion entsprechender Substanzen sowie eine Abschnürung durch Gummibänder (Ligatur) erlaubt eine dauerhaftere Beseitigung der Beschwerden. Beide Verfahren sind schmerzfreie Behandlungsmethoden", erläutert der BDI-Experte. „Bei andauernden Beschwerden und bei Hämorrhoiden in einem fortgeschrittenen Stadium kann es notwendig werden, die Hämorrhoiden operativ zu entfernen." Parallel zu einer Behandlung sollten Patienten möglichst ihre Lebensweise umstellen, um die Gefahr zu verringern, dass sich neue Hämorrhoiden bilden. „Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Müsli, Weizenkleie, Sesam, Obst, Gemüse und Haferflocken beugen Verstopfungen vor. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, täglich mindestens 2 Liter, am besten in Form von Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee oder leicht gesüßten Fruchtsäften sorgt ebenfalls für eine gesunde Verdauung", empfiehlt Prof. Raedsch. Ebenso wichtig ist regelmäßige Bewegung und bei Übergewicht abzunehmen. „Der Gang zur Toilette sollte ohne Hetze und ohne starkes Pressen beim Stuhlgang erfolgen. Auch eine gute Analhygiene beugt Hämorrhoiden vor. Für Menschen, die zu Hämorrhoiden neigen ist ratsam, nach dem Stuhlgang, Einmalwaschlappen und Wasser oder abgepackte Feuchttücher ohne Zusatzstoffe zu benutzen", rät der BDI-Experte.
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