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07.10.2009

Patienten-Informationstag zum Thema Rheuma

Neue Erkenntnisse für die Diagnostik und Therapie der verschiedenen Rheuma-Erkrankungen haben Ärzte und Wissenschaftler auf dem 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 23.-26.09.2009 in Köln diskutiert. Das Programm des Kongresses wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie und der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie gestaltet. Speziell für Patienten wurde zudem am Samstag, den 26. September 2009 ein kostenfreier Patiententag veranstaltet, um Betroffene und Interessierte über Rheuma zu informieren.

In den letzen Jahren haben sich rasante wissenschaftliche Fortschritte in der Rheumatologie entwickelt: „Die Rheumatologie bringt derzeit so viele therapeutische Neuerungen wie kaum ein anderes Fach hervor“, bestätigt Dr. Andrea Rubbert-Roth, Oberärztin und Privatdozentin am Universitätsklinikum Köln, die als diesjährige Kongresspräsidentin der DGRh fungierte. Umso wichtiger ist ein regelmäßiger Austausch der Experten innerhalb der Rheumatologie, zu dem insbesondere Kongresse eine gute Gelegenheit bieten. 

Besonders wichtig ist z.B. der Erfahrungsaustausch über die Therapie mit so genannten Biologika – das sind neue, biotechnologisch hergestellte Medikamente, die besonders gut wirken und z.B. bei vielen Patienten mit rheumatoider Arthritis zum Einsatz kommen. Sie lindern nicht nur die Krankheitsbeschwerden, sondern halten auch die fortschreitende Zerstörung der Gelenke auf. „Biologika kommen meist erst dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Therapien etwa mit Schmerz- und Entzündungshemmern versagen, denn sie sind bislang sehr teuer“, erklärt Rubbert-Roth. Nachdem diese Medikamente seit rund zehn Jahren in der Anwendung sind, lassen sich mittlerweile konkrete Aussagen über deren Sicherheit, Neben- und Langzeitwirkung sowie den gesamten Behandlungserfolg machen.

Für eine gute Versorgung von Rheuma-Patienten ist auch entscheidend, dass Rheumatologen mit anderen Fachärzten vernetzt sind – wie z.B. aus der Knochenheilkunde, Pneumologie, Dermatologie, Nierenheilkunde und Kardiologie. Besonders deutlich wird das bei seltenen rheumatischen Krankheiten. Bei den Kollagenosen etwa greift das Immunsystem das Bindegewebe an, bei Vaskulitiden die Blutgefäße. Meist werden dabei mehrere Organe zugleich geschädigt.

Trotz vieler Fortschritte in der Rheumatologie sind immer noch viele Menschen mit Rheuma unzureichend versorgt. Grund dafür ist ein Mangel an Rheumafachärzten. „Das gilt für die Behandlung Erwachsener ebenso wie für Kinder“, bestätigt Prof. Gerd Horneff von der Kinderklinik Sankt Augustin, der in Köln als Kongresspräsident für die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) fungierte. Häufig wird Rheuma daher zu spät erkannt und behandelt. Das vermindert die Lebensqualität und nicht selten auch die Lebenszeit der Patienten.“ Hier wollen die Rheumatologen Abhilfe schaffen und Verbesserungen vorantreiben – aus diesem Grund fand auch der Patiententag am 26.9. statt, um die Öffentlichkeit über die mangelnde Versorgungslage aufzuklären und die potenziell aber bestehenden Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

 


 

 

 



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