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25.09.2009 Kohlenhydratarme Diät könnte Blutgefäße schädigen Zur Verringerung von Übergewicht und dem damit verbundenen Risiko einer Herz-Kreislauf-Ekrankung hat sich eine kohlenhydratarme Ernährung, auch als low-carb-Diät bezeichnet, als sehr effektiv erwiesen. „Eine aktuelle Studie liefert jedoch Hinweise darauf, dass sich der hohe Anteil von Fett und Protein bei dieser Diät negativ auf die Blutgefäße auswirken könnte, obwohl die Blutwerte von dieser Ernährung unbeeinflusst bleiben. Möglicherweise wird durch diese Art der Ernährung der Reperaturmechanismus innerhalb von Blutgefäßen geschwächt und die Gefahr einer Gefäßschädigung durch Atherosklerose erhöht", berichtet Dr. Wolfgang Weisack, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Forscher um Anthony Rosenzweig von der Harvard Universität haben dazu eine Studie in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Die US-amerikanischen Wissenschaftler führten ihre Untersuchung an Mäusen durch, die aufgrund eines defekten Gens verstärkt zu Atherosklerose neigen. Die Tiere wurden in 3 Gruppen eingeteilt und erhielten über eine Dauer von 12 Wochen Nahrung unterschiedlicher Zusammensetzung. Während die erste Gruppe Standard Futter mit 65%-igen Anteil an Kohlenhydraten sowie 15% Fett und 20% Protein erhielten, bekam die zweite Gruppe eine Nahrung, wie sie bei Menschen in westlichen Ländern üblich ist, mit 43% Kohlenhydraten, 42% Fett, 15% Protein sowie 0,15% Cholesterin. Die dritte Gruppe schließlich erhielt eine kohlenhydratarme Diät, die nur zu 12% aus Kohlenhydraten bestand und sich aus 43% Fett, 45% Protein und 0,15% Cholesterin zusammensetzte. „Wie bereits bei mehreren klinischen Studien beim Menschen zu beobachten war, nahmen die Mäuse mit der low-carb-Diät um 28% weniger zu als die Tiere aus den anderen beiden Gruppen. Bereits nach 6 Wochen war jedoch die Atherosklerose bei den Tieren mit der kohlenhydratarmen Ernährung doppelt so weit fortgeschritten wie bei den Tieren, die mit Nahrung westlicher Zusammensetzung gefüttert worden waren", erklärt Dr. Wesiack. Beim Vergleich der Blutwerte stellten die Forscher erwartungsgemäß fest, dass die westlich ernährten Mäusen einen deutlich höheren Gesamtcholesterinwert aufwiesen als die Tiere, die Standardtierfutter erhalten hatten. „Die Mäuse, die eine low-carb-Diät bekommen hatten, zeigten jedoch trotz der deutlich stärkeren Gefäßschädigung gegenüber den westlich ernährten Tieren keine höheren Cholesterinwerte als Tiere dieser Gruppe. Auch andere Blutwerte wie Triglyceride, Insulin und Glucose waren bei diesen Gruppen vergleichbar", erläutert der BDI-Vorsitzende. „Stattdessen fand das Team heraus, dass die Mäuse mit low-carb-Diät gegenüber den Tieren aus den anderen beiden Gruppen über 80% weniger so genannte endotheliale Vorläuferzellen besaßen. Dieser Zelltyp ist vermutlich bei der Reparatur von Schäden an den Blutgefäßen beteiligt." Bei zusätzlichen Untersuchungen an Wildtyp-Mäusen stellten die Forscher fest, dass die low-carb-Diät eine Wiederherstellung der Durchblutung nach einer Gefäßschädigung um knapp 40% verschlechtert. Bei der Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos beim Menschen wird den Blutfettwerten sehr hohe Bedeutung beigemessen. „Die Ergebnisse dieser Studien legen nahe, dass diese Werte allein nicht ausreichen, um die Gefahr möglicher Herz- oder Gefäßerkrankungen durch bestimmte Einflussfaktoren wie die Ernährung abzuschätzen", resümiert Dr. Wesiack. „Zur Bestätigung der Ergebnisse sind in jedem Fall weitere Studien, auch am Menschen, notwendig, doch die neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch bei einer Diät eine ausgewogene Zusammensetzung von Kohlenhydraten, Fett und Proteinen wichtig ist."
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