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20.10.2009

Richtige Ernährung neutralisiert Veranlagung zu Übergewicht

Das Risiko, übergewichtig zu werden, ist bei Menschen, die das am besten bekannte Gen für Dickleibigkeit tragen, um das 2,5-fache erhöht. Wie stark die Gefahr jedoch tatsächlich höher ist, hängt maßgeblich von der Ernährung ab. „Menschen mit dieser Form der erblichen Veranlagung zu Übergewicht können das erhöhte Risiko mit einer fettarmen Ernährung und ausreichend Bewegung vollständig neutralisieren. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Personen, die das Risiko-Gen tragen und gesund leben, keinen höheren Body-Mass-Index (BMI) haben als die Allgemeinbevölkerung", berichtet Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und bezieht sich dabei auf eine Forschungsarbeit von Emily Sonestedt und Kollegen von der Universität Lund in Schweden. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

Die Wissenschaftler griffen dabei auf Daten einer Kohortenstudie aus dem Raum Malmö zurück. Für die Studie zogen sie detaillierte Angaben zur Ernährung von 4839 Männer und Frauen heran, die auch auf das so genannte FTO-Gen untersucht wurden, das im Zusammenhang mit Übergewicht steht. „Von diesen Studienteilnehmern hatten 1673 kein Risiko-Gen, 2336 trugen eine Kopie des Gens und bei 830 lagen zwei Kopien vor. Es zeigte sich, dass diejenigen Träger zweier Risiko-Gene, die ihren Energiebedarf zu großen Anteilen aus fettreicher Ernährung deckten, durchschnittlich einen um 1 höheren BMI hatten, als Menschen ohne Risiko-Gen, die sich fettreich ernährten. Kam zu fettreicher Nahrung mangelnde Bewegung hinzu, erhöhte sich der Unterschied bei den Risiko-Gen-Trägern auf 1,8. Bei fettarmer und kohlenhydratreicher Ernährung sowie ausreichender Bewegung war beim BMI hingegen kein Unterschied zwischen Menschen mit dem Risiko-Gen und anderen Personen festzustellen", erklärt Prof. Raedsch.

Das FTO-Gen wirkt im Hypothalamus, einem Teil des Gehirns, der unter anderem den Appetit und das Sättigungsgefühl steuert. Eine Veränderung dieses Gens steht in Zusammenhang mit erhöhter Energiezufuhr, vor allem in der Form von Fett und einem verringerten Sättigungsgefühl. „Die Ergebnisse der Studie sind ermutigend für Menschen, die eine Veranlagung zum Übergewicht haben. Letztlich entscheidet der Lebensstil und nicht die Gene, wenn man eine Gewichtszunahme vermeiden will", sagt der BDI-Experte.

 


 

 



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