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12.10.2009

Bei Kindern mit Rheuma ist besonders intensive und frühe Therapie erforderlich

Anlässlich des Welt-Rheuma-Tags am 12. Oktober 2009, dessen diesjähriges Motto ‚Rheuma - keine Frage des Alters’ lautet, machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) darauf aufmerksam, dass Rheuma nicht nur ältere Menschen betrifft, sondern auch junge Erwachsene und Heranwachsende daran erkranken. „Rheuma wird fälschlicherweise oft für eine reine Alterserkrankung gehalten, dabei stellen sich gerade die autoimmunbedingten, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie vor allem Morbus Bechterew, aber auch die Rheumatoide Arthritis häufig schon im jungen Erwachsenenalter ein“, betont Dr. Edmund Edelmann, Vorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis im bayerischen Bad Aibling. „Außerdem gibt es Rheuma auch schon bei Kindern, Kleinkindern und Jugendlichen: In Deutschland leiden rund 20.000 Heranwachsende unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, davon mindestens 5.000 Kinder allein unter der so genannten Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA).“

Bleibende Schäden durch intensivierte Therapie verhindern
Im Vergleich zu Erwachsenen müssen rheumakranke Kinder medizinisch nicht - wie man vielleicht annehmen würde - sanfter, sondern häufig sehr intensiv behandelt werden. „Gerade bei jungen Patienten können entzündlich-rheumatische Erkrankungen besonders schwer verlaufen, insbesondere wenn neben den Gelenken auch innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, was lebensbedrohlich sein kann“, berichtet  Dr. Gert Reutter, Facharzt für Kinder- und Jugendrheumatologie aus Nürnberg. „Das Ziel der medikamentösen Therapie besteht darin, möglichst frühzeitig eine Kontrolle der Entzündung in den Gelenken zu erreichen. Hierfür sind häufig dieselben Medikamente wie bei erwachsenen Patienten notwendig, unter anderem auch die sogenannten ´Biologika´, die gezielt in den rheumatischen Entzündungsprozess eingreifen. Durch frühzeitige Diagnosestellung und gezielte medikamentöse Therapie können erkrankungsbedingte,  bleibende Schäden mit größerer Wahrscheinlichkeit verhindert werden als durch einen zu zögerlichen oder verspäteten Einsatz der hochwirksamen Medikamente. Schließlich sind die Langzeitkonsequenzen von Gelenkrheuma bei Kindern sind nach wie vor gravierend: Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter noch unter aktivem Rheuma und muss mit Schmerzen und erheblichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen zurechtkommen.“

Nach Ausbruch der Erkrankung so schnell wie möglich zum Facharzt
Um das Ausmaß von Gelenkschmerzen möglichst gering zu halten und bleibende Schäden zu verhindern, sollte die medikamentöse Therapie so früh wie möglich nach Ausbruch der Erkrankung begonnen werden. „Leider vergehen hierzulande oft Monate, bis junge Patienten zu einem Facharzt mit rheumatologischer Spezialisierung kommen. Damit wird das angestrebte Soll von einer Frist von sechs Wochen ab den ersten Symptomen bis zum Beginn der fachärztlichen Behandlung längst nicht erreicht. Wertvolle Zeit, die für eine effektive Behandlung genutzt werden könnte, geht dadurch verloren“, warnt Edelmann.



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