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16.11.2009

Ausgewogene statt rein cholesterinarme Ernährung bei hohen Cholesterinwerten

Menschen, bei denen ein hoher Cholesterinwert festgestellt wurde, können durch gesunde Ernährung wesentlich zur Normalisierung des Cholesteringehalts im Blut beitragen. „Vor allem frisches Gemüse der Saison aber auch Obst und ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte sollten einen größeren Platz auf dem Speiseplan einnehmen. Die Aufnahme von Zucker und einfachen Kohlenhydraten, wie sie auch in vielen vermeintlich gesunden Fertigprodukten wie Frühstückscerealien und stark gesüßten Joghurts vorkommen, sollte verringert werden. Bei diesen Produkten lohnt sich ein Blick auf die Angabe des Zuckergehalts.", rät Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Der Anteil tierischer Fette zum Beispiel in Wurstwaren und Milchprodukten sollte zugunsten von pflanzlichen Ölen reduziert werden. Keine sinnvolle Alternative zu tierische Fetten ist jedoch der vermehrte Verzehr von gehärteten pflanzlichen Fetten, wie sie in vielen Backwaren aber auch Margarine enthalten sind. Diese oxidierte Fette können den Gehalt von Oxycholesterin im Blut erhöhen."

Der Cholesteringehalt der Nahrung hat weniger Einfluss auf den Cholesterinspiegel des Blutes als man früher vermutete. „Der Grund dafür ist, dass der Körper aus der Nahrung relativ wenig Cholesterin aufnimmt, der wesentlich größere Anteil des Cholesterins wird im Körper selbst, in der Leber, produziert", erklärt Prof. Raedsch. Zu hohe Cholesterinspiegel entstehen demnach meist durch eine Störung des Stoffwechsels infolge einer Fehl-ernährung, seltener durch ererbte genetische Faktoren. „Eine bloße cholesterinarme Diät ist daher wenig wirkungsvoll, viel mehr ist eine Umstellung auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung sowie eine Gewichtsreduktion und ausreichend Bewegung notwendig", empfiehlt der BDI-Experte. „Bereits einige Wochen nach einer Umstellung der Lebensweise ist meist eine Senkung des Cholesterinspiegels im Blut festzustellen."

Zwar ist ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut für die Gesundheit nachteilig, gleichzeitig ist Cholesterin im Körper ein wichtiger Ausgangsstoff bei der Produktion von Geschlechtshormonen und Cortisol. Außerdem ist Cholesterin essentiell für die Funktion von Gehirn- und Nervenzellen. „Viele Medikamente, die den Cholesterinspiegel senken, wirken durch Hemmung der körpereigenen Herstellung von Cholesterin und können somit wichtige Funktionen des Cholesterins beeinträchtigen. Die Einnahme dieser Arzneimittel sollte daher genau mit dem Arzt abgesprochen werden", rät Prof. Raedsch. Neueste Forschungen zeigen zudem, dass es nicht klar ist, ob ein hoher Cholesterinspiegel allein Ursache von Arteriosklerose ist, und damit das Herzinfarkt-Risiko erhöht. „Erhöhte Cholesterinwerte sollten daher immer im Zusammenhang mit der Lebensweise des Patienten betrachtet werden. Eine Umstellung der Ernährung kann dem Patienten oftmals die Einnahme von Medikamenten ersparen", erklärt Prof Raedsch.

 


 

 



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