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16.11.2009

Versorgung von Patienten mit rheumatoider Arthritis nachhaltig verbessern

Um die Versorgung der über 1,5 Millionen Rheuma-Patienten in Deutschland deutlich zu verbessern, hat der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein neuartiges Konzept für eine optimierte, strukturierte Versorgung von  Patienten mit rheumatoider Arthritis in Deutschland entwickelt, das am 16.11.09 in der KBV-Hauptverwaltung in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. „Ziel des Versorgungskonzeptes Rheumatoide Arthritis ist, die schwerwiegenden Auswirkungen dieser Erkrankung so weit wie möglich einzuschränken, die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern, ihre erhöhte Sterblichkeit zu verringern und möglichst einen Stillstand der Krankheit zu erreichen“, erläutert Dr. Edmund Edelmann, Vorsitzender des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis im bayerischen Bad Aibling. „Heute wissen wir Rheumatologen besser denn ja, wie wir Patienten mit rheumatoider Arthritis effektiv in ihrer Auseinandersetzung mit dieser chronischen Erkrankung unterstützen können. Ganz wesentlich hierbei sind eine rechtzeitige und koordinierte Diagnose und Therapie.“

Frühere Terminvereinbarung für fachärztliche Behandlung angestrebt
Ein wichtiges Ziel des neuen Versorgungskonzeptes ist, dass Patienten sehr viel früher als bisher fachärztlich behandelt werden. „Je früher eine effektive Therapie einsetzt, umso eher kann die Aktivität der Krankheit gebremst und das Auftreten unheilbarer Langzeitschäden oder gar einer Arbeitsunfähigkeit verhindert werden“, betont Edelmann. „Bisher allerdings bekamen Rheumatiker häufig nicht rechtzeitig die richtige Therapie, da sie häufig sehr spät den Weg zum Rheumatologen fanden und viel zu lange auf einen Termin beim Rheumatologen warten mussten – drei bis sechs Monate und länger waren keine Seltenheit. Jetzt wollen wir anstreben, dass die Betroffenen innerhalb von sechs Wochen, nachdem erste Krankheitszeichen aufgetreten sind, in fachärztliche Behandlung kommen. Außerdem sollen Medikamente, die dem Erkenntnisstand der aktuellen Forschung nach besonders hilfreich und wirksam sind, auch verschrieben werden können. Schließlich erhalten viele Rheuma-Patienten immer noch nicht die Wirkstoffe, die sie eigentlich benötigen. Dabei stehen uns längst neue, biotechnologisch hergestellte Arzneistoffe (so genannte Biologika) zur Verfügung, die nachweislich besser wirken, weniger Nebenwirkungen haben und häufiger zu einem Krankheitsstillstand führen.“

Angebot an die Krankenkassen, 45.000 Euro pro Patient einzusparen
Das neue Versorgungsprogramm soll nicht nur die Behandlung von Rheuma-Patienten verbessern, sondern stellt auch ein Angebot an die Krankenkassen dar, erhebliche Kosten im Gesundheitswesen einzusparen. „Ein Rheuma-Patient verursacht im Jahr bis zu 50.000 Euro an direkten und indirekten Kosten“, betont Edelmann. „Diese Summe könnte sich bei frühzeitiger Diagnose und optimaler Behandlung auf rund 5.000 Euro senken lassen. Unser Ziel ist, möglichst alle Krankenkassen für das Versorgungskonzept zu gewinnen, um damit allen Erkrankten den Zugang zu einer hochwertigen Rheumaversorgung zu ermöglichen.“



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