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30.12.2009

Schweinegrippe-Impfung für Rheumapatienten: Ja oder Nein?

Impfen oder nicht? Das fragen sich viele Rheumapatienten angesichts der vielen, teils widersprüchlichen Meldungen zur Schweinegrippe-Impfung. Zumal nicht offiziell festgelegt wurde, ob sie zum Kreis der chronisch Kranken zählen, die zuerst geimpft werden müssen. Ein Expertengremium der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat nun die Datenlage diskutiert und eine Empfehlung formuliert. Darin befürworten sie die H1N1-Impfung für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, deren Krankheit schwer verläuft oder die unter einer immunsuppressiven Therapie stehen. Immunsuppressiva sind Medikamente, die das Immunsystem dämpfen und es daher anfälliger für Infektionen machen. Weil Verträglichkeitsstudien mit dem Impfstoff bei Rheumapatienten fehlen, ist ein individuelles Arzt-Patienten-Gespräch vor der Impfung unbedingt erforderlich.

 

Abseits der Debatte über den Sinn der Impfung gegen die bislang mild verlaufende
Neue Influenza A steht die Frage, welche Personen ein erhöhtes Risiko für einen
schweren Grippeverlauf haben. Denn diese müssten besonders geschützt werden. In Bezug
auf Menschen mit rheumatischen Erkrankungen geht das allerdings nicht eindeutig aus den
Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts hervor. Ausdrücklich genannt werden nur Personen mit „erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens“. Rheumatische Erkrankungen sind dabei nicht explizit aufgeführt. „Patienten, deren Krankheit schwer verläuft oder die Immunsuppressiva einnehmen, gehören aber generell zur Hochrisikogruppe“, erklärt Kommissionssprecher Prof. Klaus Krüger. Wobei die Mehrheit der Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eben diese Medikamente erhalten. Daher sollten sie auch geimpft werden, fasst der internistische Rheumatologe aus München die Empfehlung zusammen.

 

Obwohl die DGRh die Impfung grundsätzlich befürwortet, bleiben einige Fragen offen, da spezielle Studien mit Rheumapatienten fehlen. Beispielsweise ist noch unklar, wie verträglich die H1N1-Impfung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen einzuschätzen ist. Denn ebenso wie eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus könnte theoretisch auch eine Impfung gegen das Virus einen Krankheitsschub auslösen. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint dies allerdings nicht der Fall zu sein. Ungewiss ist außerdem, ob die zur Therapie eingesetzten Basismedikamente den Impfschutz beeinträchtigen. „Über die grundsätzliche Empfehlung zur Impfung einerseits, aber auch über den begrenzten Wissensstand andererseits muss jeder Patient aufgeklärt werden“, betont Prof. Krüger und verweist damit auf das bereits erwähnte, individuelle Arzt-Patienten-Gespräch, das jeder Impfung stets vorausgehen muss. In Hinblick auf die Immunisierung gegen die Saisonale Grippe empfiehlt die DGRh, die Impfung im Abstand von mindestens einem Tag durchführen zu lassen.

 

Weitere Informationen: Die ausführlichen DGRh-Empfehlungen zur H1N1-Impfung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen stehen online unter
www.dgrh.de/rheumaschweinegrippe.html



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