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15.02.2010

Störung der Stimmbildung durch Rheumatoide Arthritis möglich, aber behandelbar

Eine Erkrankung an Rheumatoider Arthritis (RA) kann auch die Stimmbildung und das Sprechen störend beeinflussen und zum Beispiel Heiserkeit oder einen vorübergehenden Stimmverlust auslösen, was sich aber mit geeigneten Medikamenten gut unter Kontrolle bringen lässt. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) im oberbayerischen Bad Aibling aufmerksam. „Die RA ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die meist mehrere Gelenke betrifft“, erläutert Dr. Ulrich v. Hinüber, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Hildesheim. „Bei etwa fünf Prozent der RA-Patienten kann dabei auch das so genannte Krikoarytenoidgelenk von den Entzündungsvorgängen betroffen sein, das eine entscheidende Rolle bei der Stimmbildung spielt. Dieses Gelenk besteht aus einem Ringknorpel (Krikoid) und zwei Stellknorpeln (Cartilagines arytenoideae), wobei die beiden Stellknorpel mit dem hinteren Ende der Stimmlippen verbunden sind. Durch die Bewegung der Stellknorpel kann deshalb die Stellung der Stimmlippen reguliert werden. Wenn es also  im Bereich des Krikoarytenoidgelenkes zu einer Entzündung kommt, kann dies zu Heiserkeit oder sogar Stimmverlust führen. Eine andere, mögliche Ursache für eine gestörte Stimmbildung bei Rheumatikern kann aber auch die Bildung eines Rheumaknotens im Bereich der Stimmbänder oder das so genannte Sjögren-Syndrom sein, welches mit Entzündungen der Tränen-, Speichel- und Schleimhautdrüsen und ausgeprägter Trockenheit einhergeht.“

Praktische Tipps bei Heiserkeit
Heiserkeit und Stimmverlust stellen nicht nur eine Behinderung im Alltag dar, sondern können für den Patienten auch emotional belastend sein, zumal die Klangsteuerung der Stimme eine wichtige Funktion in der zwischenmenschlichen Kommunikation erfüllt. „Zum Glück stehen uns wirksame Medikamente zur Verfügung, mit denen sich eine Störung der Stimmbildung wieder beheben lässt“, betont v. Hinüber. „Da die stimmliche Beeinträchtigung in direktem Zusammenhang mit der Entzündungsaktivität der Erkrankung RA steht, lässt sie sich mit den entzündungshemmenden Basistherapeutika, die wir gegen Rheuma einsetzen, gut unter Kontrolle bringen. Wichtig ist natürlich auch, dass der Patient gleichzeitig das Krikoarytenoidgelenk und seine Stimme schont, damit sich die Entzündung möglichst schnell zurückbilden kann. Das heißt: möglichst wenig sprechen und bloß nicht flüstern, weil das die Stimmbänder noch viel mehr belastet als reden. Auf keinen Fall rauchen und verrauchte Räume meiden. Viel trinken - am besten entzündungshemmenden Kamillentee -, oder Bonbons lutschen, um die Speichelbildung anzuregen. Auch Dampfbäder mit Kamille, Kochsalz oder Panthenol können das Abschwellen unterstützen und die Rückbildung der Entzündung beschleunigen,“ rät v. Hinüber.



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