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27.01.2010 Neue Professur für Rheumatologie an der Uni Münster
Es handelt sich um eine Stiftungsprofessur, in der Prof. Wilhelm Schmitz, der Dekan der Medizinischen Fakultät, eine willkommene Verstärkung sieht. Die Entzündungsmedizin, zu der die Rheumatologie fachlich gehört, stellt einen von fünf Forschungs- und Behandlungsschwerpunkten der münsterschen Hochschulmedizin dar. „Damit können wir den ohnehin schon starken Schwerpunkt weiter ausbauen.“ Nach Angaben von Schmitz gibt es bundesweit erst 13 Professuren an den Hochschulen, die sich speziell mit der Rheumatologie befassen. In Nordrhein-Westfalen, das mit 18 Millionen mehr Einwohner hat als die Niederlande, sei die jetzt eingerichtete Professur erst die zweite. „Schon deshalb hat sie für uns einen sehr hohen Stellenwert“, so Schmitz. Neben der Möglichkeit zum Ausbau der rheumatologischen Forschung sieht Schmitz einen weiteren Brennpunkt im Bereich der Lehre. In Deutschland praktizieren lediglich 600 internistische Rheumatologen - und damit weniger als halb so viele, wie für eine ausreichende medizinische Versorgung notwendig wären. Tendenz: rückläufig. „Das Interesse an einem bestimmten Fachgebiet kann und sollte man schon im Studium wecken.“ Nun hofft der Dekan über eine intensivierte rheumatologische Lehre künftig mehr Nachwuchs für das Fach gewinnen zu können. Hohe Erwartungen knüpft auch der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster (UKM), Prof. Norbert Roeder, an die neu geschaffene Professur. Prof. Jacobi wird eingebunden sein in die Krankenversorgung am UKM. Ihre Stelle ist angesiedelt an der Medizinischen Klinik D (Allgemeine Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie) unter Leitung von Prof. Hermann Pavenstädt, die ihrerseits eng mit weiteren Kliniken und Instituten zusammenarbeitet. Am UKM absolvieren aber auch viele Mediziner ihre Facharzt-Fortbildung oder Weiterbildungen. „Somit wird neben den Patienten auch der fachliche Austausch mit den Kollegen vom Ausbau der Rheumatologie profitieren“, meint Roeder. Die Inhaberin der neuen Professur, Dr. Annett Jacobi, wechselt vom Berliner Universitätsklinikum Charité nach Münster. Nach ihrem Medizinstudium in der Hauptstadt arbeitet sie dort seit 2006 als Fachärztin für Innere Medizin. Aufgrund ihrer ärztlichen Tätigkeit, zahlreicher in rund 30 Fachveröffentlichungen publizierter Forschungsarbeiten und ihrer Mitwirkung in Fachverbänden hat sie sich, obgleich erst 36 Jahre alt, bereits einen Ruf als ausgewiesene Rheumatologie-Expertin erworben. Jacobis wissenschaftlicher Schwerpunkt ist der systemische Lupus erythematodes (SLE). Verbesserte Möglichkeiten zur Klassifikation von Lupus-Patienten und damit neue sowie individuelle Therapiewege zu finden, wird auch in Münster ein Hauptziel ihrer Arbeit sein.
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