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23.12.2009 Anstelle von Prothesen lieber wieder gesundete Gelenke
Jetzt wurde von Dr. Diehl und seinen Mitarbeitern an der Orthopädie des Universitätsklinikums Rostock AöR eine neue Behandlungsmethode angewendet: Bei dieser so genannten autologen Knorpelzelltransplantation wird beschädigtes Knorpelgewebe durch neu gezüchtetes Gewebe unterstützt. Dazu wird den Patienten bei einer Gelenkspiegelung zunächst ein kleines Stück Knorpel entnommen. Dann werden die Knorpelzellen in hoch spezialisierten Zellkuturlaboren im Reagenzglas vermehrt. Das so gewonnene Knorpelgewebe soll anschließend in die Defektstellen eingesetzt werden. Dafür werden die Zellen nach vier bis sechs Wochen in dreidimensionalen Kügelchen (Sphäroide) zusammengefasst und in einer zweiten Gelenkspiegelung in das verletzte Gelenk eingebracht. Jedes Sphäroid umfasst etwa 200.000 Zellen und ist rund 0,5 cm groß. Sobald diese Sphäroide mit einem speziell vorbereiteten Defektlager Kontakt aufnehmen, haften sie über Verbindungsmoleküle am Knochen an. Nach acht bis zwölf Wochen ist der Defekt komplett bis zur Oberfläche zugewachsen und ausgeheilt. Nach rund einem Jahr kann der betroffene Patiente wieder unbeschwert Sport treiben. Diese Methode der autologen Knorpelzelltransplantation ermöglicht das vollständige Ausheilen von Knorpelverletzungen nach Unfällen und verhindert langfristig den Einsatz einer Gelenkprothese. Somit handelt es sich bei der autologen Knorpelzelltransplantation um eine innovative, regenerative Knorpeltherapie und eine biologische Lösung der Heilung von Knorpelschäden.
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Gelenkknorpeldefekte durch Sportverletzungen oder Unfälle stellen heute ein großes Problem dar. „Im Gegensatz zur Haut ist die Regenerationszeit des Knorpels sehr begrenzt - das heißt, der verletzte oder zerstörte Knorpel wächst in seiner ursprünglichen Form nicht wieder nach“, erläutert Privatdozent Dr. Peter Diehl, Oberarzt in der Orthopädischen Universitätsklinik am Uniklinikum Rostock (AöR). „Stattdessen bildet sich ein Knorpelnarbengewebe, welches weder die biomechanischen noch die histologischen Eigenschaften von gesundem Gelenkknorpel besitzt. Dies führt zwangsläufig über die Jahre zu einer vermehrten Gelenkabnutzung und schließlich zu Arthrose.“ Für große Defekte gebe es derzeit noch keine befriedigenden Operationsverfahren. Langfristig bestehe hier nur die Möglichkeit eines Gelenkersatzes. 

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