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07.12.2009

Grippe-Impfung verringert die Häufigkeit von Antibiotika-Verschreibung

Eine Impfung gegen die saisonale Grippe trägt nicht nur zum Schutz vor einer Influenza-Infektion bei, sondern bewirkt auch, dass Antibiotika wesentlich seltener verschrieben werden. „Bei einer Infektion mit Influenza-Viren kommt es häufig zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion der Atemwege, in der Regel zu einer Lungenentzündung (Pneumonie), bei der eine Behandlung mit Antibiotika notwendig werden kann. Indem man sich mit einer Grippe-Impfung vor dem Influenza-Virus schützt, verringert man auch erheblich die Wahrscheinlichkeit, ein Antibiotikum einnehmen zu müssen. Dies zeigt eine kanadische Studie", erklärt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Der häufige Einsatz von Antibiotika bringt eine zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber diesen Medikamenten mit sich. Antibiotika-resistente Bakterien stellen, insbesondere in Kliniken, eine immer größer werdende Gefahr für die Gesundheit dar. Konzepten, die zur Einsparung von Antibiotika führen, kommt deshalb eine hohe Bedeutung zu.

Kanadische Wissenschaftler haben gezeigt, dass eine breit angelegte Immunisierung der Bevölkerung die Zahl der Verschreibungen von Antibiotika erheblich verringert. In der Provinz Ontario wurde seit 2000 in einer Impfkampagne jedem Menschen ab einem Alter von 6 Monaten eine kostenlose Grippe-Impfung angeboten, wohingegen andere kanadische Provinzen sich bei der Impfung nur auf Risikogruppen wie zum Beispiel chronisch kranke oder ältere Menschen konzentrierten. „Der breiter angelegte Impfansatz in Ontario bewirkte im Vergleich zu den anderen Provinzen einen Rückgang der Antibiotika-Verschreibungen um 64%. Zusätzlich verringerte sich die Sterblichkeit durch die Grippe um 39%. Die durch Influenza bedingten Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte gingen um 52% zurück", berichtet Dr. Walger. Verglichen wurde ein mehrjähriger Zeitraum vor und nach 2000 in Bezug auf die Raten der Impfung, die Erkrankungszahlen an Grippe, die Folgekomplikationen, den Antibiotikaverbrauch und die Grippe-Sterblichkeit im Unterschied zu den anderen kanadischen Provinzen.

 


 

 



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