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11.12.2009 Auf der Suche nach neuen Medikamenten gegen Influenza A Antivirale Medikamente, die zur Behandlung bei einer Erkrankung an Grippe eingesetzt werden, sind gegen Protein-Bestandteile an der Oberfläche der Influenza-A-Viren gerichtet. „Diese Viren unterliegen jedoch im Laufe einer schnellen Evolution mit einer hohen Bereitschaft zu genetischen Veränderungen, sogenannten Mutationen, einer starken Veränderung, so dass die antiviralen Medikamente durch Resistenzentwicklungen unwirksam werden. Auch helfen dese Medikamente primär nicht gegen alle Influenza-A-Viren. Eine Studie zeigt, dass Proteine im Inneren des Virus sich weitaus weniger stark verändern und daher ein geeignetes Angriffsziel für wirksamere Medikamente darstellen", berichtet Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Andreas Kukol von der Universität of Hertfordshire in Hatfield, Großbritannien. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift Journal of General Virology veröffentlicht. Das Influenza A Virus besitzt genetische Informationen für 11 verschiedene Proteine. Die britischen Wissenschaftler konzentrierten sich auf die so genannten nicht-strukturellen Proteine NS1 und NS2. Eine wichtige Funktion diese Proteine ist es, die antivirale Reaktion der infizierten Zelle zu unterdrücken, und dem Virus damit eine leichtere Vermehrung zu ermöglichen. „Durch den Vergleich von über 2000 verschiedenen Grippe-Viren, darunter auch den Erregern der Schweinegrippe, der Vogelgrippe und der saisonalen Grippe fanden die Forscher bei den NS-Proteinen hochgradig konservierte d. h. sich nicht ändernde und bei allen Influenza-A-Viren vorhandene Bereiche, die für die Virusvermehrung essentiell sind. Diese Bereiche stellen geeignete Angriffsziele für neue Medikamente gegen die Grippe dar", erklärt der Infektiologe am Universitätsklinikum Bonn. Wie antivirale Medikamente richtet sich beispielsweise auch eine Grippe-Impfung gegen Oberflächenbestandteile des Virus. Da sich diese Proteine ständig ändern, ist es erforderlich, sich jedes Jahr neu gegen Grippe impfen zu lassen. Zum Schutz vor der Schweinegrippe und der saisonalen Grippe werden 2 Impfungen benötigt, weil sich die Oberflächenbestandteile der beiden Virus-Typen unterschieden, andere Proteine sind bei den beiden Viren jedoch sehr ähnlich. „Ein Wirkstoff, der an einem konstanten Virusbestandteil ansetzt, könnte gegen alle Influenza-Typen eingesetzt werden", erläutert der BDI-Experte. „Die Identifikation dieser Angriffsziele in der vorliegenden Studie ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung solcher universalen Influenza-Medikamente."
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