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11.12.2009

Mangelnder Schutz von Nichtrauchern kostet jährlich Tausende das Leben

Ein konsequentes Rauchverbot in Deutschland könnte 40 000 Herzinfarkte im Jahr verhindern und somit mehr als 21 000 Menschen das Leben retten. Untersuchungen belegen, dass ein umfassendes Rauchverbot in der Öffentlichkeit die Zahl von Herzinfarkten in der Bevölkerung bereits 1 Jahr nach dem Inkrafttreten um etwa 15% verringert, 3 Jahre später sogar um 36%. „Die Politik sollte daher endlich die eindeutige wissenschaftliche Beweislage zur Kenntnis nehmen und ein konsequentes Rauchverbot in der Öffentlichkeit zum Schutz von Nichtrauchern umsetzen, anstatt die Bevölkerung aus Angst um die Wählergunst und beeinflusst von Lobbyismus mit wenig wirksamen, von Ausnahmen durchsetzten und schwer zu kontrollierenden Regelungen abzuspeisen", fordert Dr. Heribert Brück, Pressesprecher des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). „Wir begrüßen das erfolgreiche Volksbegehren zum Nichtraucherschutz in Bayern. Mit der Ausweitung des Rauchverbots auf alle gastronomischen Betriebe sowie der Abschaffung der Sonderregelungen für Raucherclubs stellt dieser Gesetzesvorschlag ein medizinisch und ökonomisch sinnvolles Konzept dar, das auch in den anderen Bundesländern Anwendung finden sollte."

Zigarettenrauch ist eine der häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt

Die bekannteste Gefahr im Zusammenhang mit Tabakrauch ist die Entstehung von Lungenkrebs. Rauch aus Zigaretten ist jedoch auch eine der häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt, so dass sich Nichtraucherschutz in einer eindrucksvollen Verringerung der Herzinfarktrate niederschlägt „Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass die Einführung eines generellen Rauchverbotes die Zahl der Herzinfarkte spürbar senkt. In Frankreich verringerte sich die Herzinfarktrate innerhalb von nur 10 Monaten um 15%, in Schottland um 17%. Eine Studie aus dem US-Bundesstaat Montana ergab sogar einen Rückgang der Herzinfarktfälle von über 40%", berichtet Dr. Brück. Eine US-amerikanische Übersichtsarbeit, die in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Rauchverbote in der Öffentlichkeit 1 Jahr nach dem Erlass einen Rückgang der Herzinfarktrate von durchschnittlich 15% bewirken und die Zahl der Herzinfarkte mit der Zeit noch weiter sinkt. Nach 3 Jahren wird die Herzinfarktrate um 36% verringert. Für längere Zeiträume liegen noch keine Ergebnisse vor. Für Deutschland, wo jährlich 275 000 Menschen einen Herzinfarkt erleiden und 150 000 Betroffene daran sterben, bedeutet das, konservativ geschätzt, etwa 40 000 Herzinfarkte pro Jahr weniger."

Beim Passivrauchen sind bereits geringe Mengen Zigarettenqualm gefährlich

Passivraucher, die einer erheblichen Rauchbelastung ausgesetzt sind, haben einer US-Studie zufolge das gleiche Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln wie Menschen, die bis zu 9 Zigaretten am Tag rauchen. „Bereits eine Stunde Passivrauchen am Tag kann bei einem Risikopatienten einen Herzinfarkt auslösen. Innerhalb von wenigen Minuten erhöht der mit 2 000 Giftstoffen angereicherte Zigarettenqualm den Blutdruck, macht das Blut zähflüssig, schädigt die Gefäßwände und verschlechtert die Sauerstoffversorgung des Körpers, was eine Erhöhung des Infarktrisikos nach sich zieht. Es gibt kein risikofreies Niveau beim Passivrauchen", warnt der BNK-Experte. „Da bereits geringe Mengen Zigarettenrauch genügen, um das Herzinfarktrisiko zu erhöhen, sind Regelungen mit Raucherlaubnis in abgetrennten Bereichen eines gastronomischen Betriebes, wie sie derzeit in vielen Bundesländern bestehen, völlig unzureichend und müssen durch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ersetzt werden."

 


 

 



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