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15.12.2009

Niedergelassene Fachärzte von zentraler Bedeutung für Versorgung der Patienten

Die gesundheitliche Versorgung in Deutschland ist besser als ihr politischer Ruf. Untersuchungen von Prof. Dr. Eberhard Wille und Statistiken der OECD weisen dem deutschen Gesundheitssystem einen Spitzenplatz zu, wenn man die Zuwächse der Lebenserwartung und die Ausgaben pro Kopf mit denen anderer Länder vergleicht. Einer der Hauptgründe dafür ist die wohnortnahe Versorgung mit niedergelassenen Fachärzten. „Unsere Untersuchung zeigen ganz deutlich: In Ländern mit niedergelassenen Spezialisten (Fachärzten) fühlen sich die Menschen deutlich besser versorgt als in Ländern, wo Fachärzte nur an Kliniken zu finden sind. Und das gilt nicht nur für die wohnortnahe Versorgung", - erklärt Prof. Wille von der Universität Mannheim, der Vorsitzender des Sachverständigenrats für Gesundheit in Deutschland ist. Während Patienten z.B. in England unter langen Wartezeiten leiden müssen, um einen Termin bei einem Spezialisten im Krankenhaus zu bekommen, werden die Kranken in Ländern wie Frankreich, Österreich, der Schweiz und den USA, in denen es wie in Deutschland niedergelassene Spezialisten (Fachärzte) gibt, viel rascher vom Facharzt versorgt. „Für den Erhalt dieser Versorgung müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass junge Fachärzte wieder eine Praxis übernehmen, eine eigene eröffnen und sich nach regionalem Bedarf vernetzen können. Trotz der offensichtlichen Vorteile einer wohnortnahen und termingerechten fachärztlichen Versorgung möchten manche Politiker die so genannte „doppelte Facharztschiene" durch niedergelassene Fachärzte abschaffen, die eigentlich eine komplementäre Versorgung darstellt, kritisiert Prof. Dr. Volker Ulrich Universität Bayreuth.

Ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen drohte damit der Verlust der notwendigen spezialisierten fachärztlichen Versorgung in Wohnortnähe und damit der Verlust einer der wichtigsten sozialen Anbindungen in der ambulanten Gesundheitsversorgung. Viele früher ausschließlich stationär erbrachte medizinische Leistungen werden inzwischen überwiegend in der Praxis des niedergelassenen Facharztes ambulant durchgeführt. Allerdings: „Seit 2008 geraten immer mehr Fachärzte und Facharzt-Internisten in Existenznot, weil trotz höherer Zuwendungen aus dem Fond spezialisierte Leistungen schlechter als vorher bezahlt werden. Die daraus entstandene Ungleichverteilung darf keinesfalls festgeschrieben werden. Gleiche Leistung muss bei gleicher Qualität überall in Deutschland gleich honoriert werden", fordert Dr. Peter Schmied, Vorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI).

Fachärzte fordern Abschaffung von Verhandlungsmonopolen!

Verhandlungsmonopole sind wettbewerbsfeindlich und bedenklich aus der Perspektive des Rechts der Europäischen Gemeinschaft. Die Internisten fordern die Regierungskoalition auf, umgehend das Verhandlungsmonopol der Hausärzte beim so genannten Hausarztmodell zu

beenden. Nach dieser Regelung müssen Krankenkassen mit Hausarztverbänden so
genannte hausarztzentrierte Verträge abschließen, wenn diese mehr als 50% der Hausärzte vertreten (SGB V, §73b). „Im Zentrum aller Bestrebungen sollte die bessere Versorgungsform für die Patienten stehen. Der Patient steht im Mittelpunkt der ärztlichen Versorgung auch und gerade nach dem Sozialgesetzbuch V. Alle Versorgungsformen brauchen gleiche Chancen; der Patient soll entscheiden, wo er besser aufgehoben ist. Verträge müssen so gestaltet sein, dass sich Fachärzte in Hausarztmodellen und Hausärzte in Teamarzt-Modellen allein aus und in der Verantwortung für den Patienten einbringen können", fordert Dr. Peter Schmied, Vorsitzender des Berufsverbandes niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI).

Bayerisches Staatsministerium: Niedergelassene Fachärzte haben Schlüsselrolle bei der wohnortnahen Gesundheitsversorgung

Auch für das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit sind niedergelassene Fachärzte für eine hochwertige Gesundheitsversorgung unverzichtbar. Anlässlich der Veröffentlichung des Gutachtens will Staatsekretärin Melanie Huml die wohnortnahe fachärztliche Versorgung vor allem im ländlichen Raum fördern. „Bayern setzt im ambulanten Sektor konsequent auf eine qualitativ hochwertige Versorgung durch freiberufliche Haus- und Fachärzte, auf einen fairen Wettbewerb und auf das Prinzip ‚Ambulant vor Stationär'. Eine Grundvoraussetzung dafür ist ein einfaches und verständliches Vergütungssystem, das die Leistungen adäquat abbildet", so Huml, die die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hat.

 


 

 



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