Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


18.01.2010

Bei Verstopfung lieber zunächst Ernährung umstellen als Abführmittel nehmen

Die Häufigkeit von Stuhlgang variiert bei den meisten Menschen von dreimal täglich bis zu zweimal in der Woche. „Eine Verstopfung liegt dann vor, wenn jemand weniger als zweimal pro Woche Stuhlgang hat und dabei stark pressen muss. In sehr vielen Fällen wird eine Verstopfung durch die Lebensweise der Betroffenen verursacht, wie zum Beispiel durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Bewegung und wiederholter Unterdrückung des Stuhlgangreizes. Daher reichen oftmals einfache Maßnahmen, wie eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Vollkornprodukten und reichlich frischem Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von 1,5 bis 2 Litern, um die Darmträgheit in den Griff zu bekommen", empfiehlt Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Abführmittel sollten auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum genommen werden, ohne dass ein Arzt die Ursachen einer Verstopfung abgeklärt hat."

Auch durch regelmäßige Bewegung kann man die Darmtätigkeit unterstützen. „Zudem sollte dem Stuhldrang immer nachgegeben werden, man sollte ihn nicht aus Zeitgründen unterdrücken", rät Prof. Raedsch. „Einige Minuten Bauchmassage entlang des Dickdarms vor dem Aufstehen oder ein Glas Wasser oder Fruchtsaft in nüchternem Zustand können den Stuhldrang erhöhen." Sollten diese Maßnahmen keine Verbesserung bewirken, kann die Verdauung durch Quellmittel wie Leinsamen, Flohsamen und Kleie angeregt werden. „Diese Ballaststoffe wirken nur, wenn ausreichend Flüssigkeit zum Quellen vorhanden ist. Daher muss man bei der Einnahme immer reichlich mindestens trinken, möglichst 2-3 Tassen oder Gläser à 200 ml", erklärt der BDI-Experte.

Osmotisch wirksame Abführmittel wie Milchzucker oder Macrogol erhöhen den Wassergehalt im Stuhl, indem sie dem Körper die Flüssigkeit entziehen. „Dies sind sanfte Wirkstoffe, die gut helfen und auch längerfristig eingenommen werden können" erläutert Prof. Raedsch.

Stimulierende Abführmittel verstärken die Darmbewegung so dass der Speisebrei schneller transportiert wird und steigern die Flüssigkeit von Flüssigkeit und Mineralien in den Darm. „Zu diesen Arzneimitteln gehören die synthetische Wirkstoffe Bisacodyl und Natrium-picosulfat. Pflanzliche Präparate aus Sennesblättern sollten nur kurzzeitig eingenommen werden", rät Prof. Raedsch. „Der Körper verliert sonst sehr viel Wasser und Mineralstoffe, der Darm gewöhnt sich an die Stimulation und wird noch träger."

 


 

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Vor Afrikareise Impfschutz überprüfen

Wer nach Afrika reisen will, sollte sich gegen Meningokokken impfen lassen.

zum Artikel...

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...