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08.03.2010

Weniger gesundheitliche Beschwerden bei rheumatoider Arthritis


Patienten mit rheumatoider Arthritis können durch eine bewusst gewählte Ernährung den Langzeitverlauf ihrer Erkrankung verbessern und die medikamentöse Therapie sinnvoll unterstützen. Darauf machen die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling aufmerksam. „Eine gezielte Ernährung kann die medikamentöse Behandlung zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Überdies stärkt die eigene Kontrolle der Ernährung die Eigenverantwortlichkeit des Patienten und seine Motivation zur Mitarbeit.“, erläutert Prof. Dr. Klaus Krüger vom wissenschaftlichen Beirat des BDRh und praktizierender Rheumatologe im Münchener Praxiszentrum St. Bonifatius unter Berufung auf eine aktuelle, ernährungsmedizinische Studie der Ludwig-Maximilians Universität München  (siehe Deutsche Medizinische Wochenschrift 2009; 134(36): 1759-1763). „Rheumatische Beschwerden wie Gelenkschwellungen, Gelenküberwärmung und Schmerzen lassen sich zusätzlich lindern, wenn man entzündungsfördernde Substanzen in der Nahrung meidet und entzündungshemmende Inhaltstoffe bevorzugt. Arachidonsäure ist zum Beispiel eine Fettsäure, die vor allem in fettreichen Fleisch- und Wurstwaren sowie in Eigelb vorkommt und aus der der menschliche Körper Entzündungsfaktoren (so genannte Eicosanoide) bildet. Je weniger Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, umso weniger Entzündungsfaktoren kann der Körper bilden. Ein entzündungshemmender Gegenspieler der Arachidonsäure sind die Omega-3-Fettsäuren, da sie die Umwandlung der Arachidonsäure in Entzündungsfaktoren bremsen. Besonders reichlich sind Omega-3-Fettsäuren in bestimmten Meeresfischen und Pflanzenölen enthalten."

Weniger Fleisch - mehr Fisch, Obst und Gemüse
Die wichtigsten Empfehlungen aus der genannten Studie: Patienten mit rheumatoider Arthritis können den Verlauf ihrer Erkrankung positiv beeinflussen, wenn sie beim Essen die folgenden Regeln beachten: Pro Woche nur zweimal Fleisch oder Wurst und nicht mehr als zwei Eigelb verzehren. Tierische Lebensmittel, die besonders viel Arachidonsäure enthalten - wie z.B. fette Fleisch- und Wurstsorten und Innereien – möglichst ganz meiden. Zweimal pro Woche Fisch essen, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, also zum Beispiel Lachs, Hering oder Makrele. Beim Kochen Pflanzenöle verwenden, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind wie Raps-, Soja, Walnuss- oder Leinsamenöl. Mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag essen und dabei insbesondere auf eine ausreichende Zufuhr der Vitamine E und C sowie des Spurenelements Selen achten. Viel Vitamin E steckt zum Beispiel in den bereits genannten Pflanzenölen aus Raps, Soja und Walnuss. Gute Vitamin-C-Lieferanten sind zum Beispiel Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli. Selen befindet sich vor allem in Nüssen und Fisch.

Täglich Fettarme Milchprodukte und auf das Gewicht achten
„Um gerade bei Rheuma auch ausreichend knochenstärkendes Calzium aufzunehmen, sollten außerdem fettarme Milchprodukte wie Milch, Quark, Joghurt und Käse auf dem täglichen Speiseplan stehen“, empfiehlt Krüger. „Neben einer ausgewogenen, gesunden Ernährung ist es für Rheumatiker natürlich auch wichtig, auf das Gewicht zu achten bzw. Übergewicht abzubauen, um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten. Betroffene sollten sich von ihrem Rheumatologen individuell beraten lassen, wie sie ihre Ernährung vernünftig und langfristig gestalten können. Es muss jedoch abschließend nochmals darauf hingewiesen werden, um falsche Interpretationen zu vermeiden: Korrekturen in den Ernährungsgewohnheiten stellen eine sinnvolle Ergänzung, aber natürlich keinen Ersatz für eine gute medikamentöse Einstellung dar."

Weitere Infos zum Thema Ernährung: Leitfaden für Patienten "Diät und Rat bei Rheuma und Osteoporose"  ISBN 3-7750-0351-7, Walter Hädecke Verlag.



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