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10.03.2010

Neuartiger Rheumascanner im Einsatz

Im Kampf gegen die Volkskrankheit entzündliches Rheuma, unter der in Deutschland nach Expertenschätzungen etwa 1,5 Millionen Menschen leiden, setzt ein Krankenhaus in Münster als eines der ersten in Europa auf neueste Technologie. In der dortigen Klinik für Radiologie werden Rheumakranke seit Beginn des Jahres mit einem so genannten Rheumascanner behandelt, der von deutschen Forschern einer medizintechnischen Firma in Berlin gemeinsam mit Kollegen der Charité, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und Helios entwickelt wurde (wir berichteten). Im Vergleich zu den klinisch bereits etablierten Bildgebungs-Verfahren bietet dieser Scanner einen hohen Patientenkomfort. Zum einen liefert er in kurzer Zeit messbare Informationen über das Ausmaß der Entzündungsaktivität in mehr als 30 Gelenken beider Hände. Zum anderen ist die Untersuchung völlig schmerz- und nebenwirkungsfrei. Die Beurteilung der Entzündungsaktivität in den Finger- und Handgelenken ist zum Beispiel für die Festlegung und Steuerung der Therapie der  rheumatoiden Arthritis von großer Bedeutung.

Nach Angaben von Professor Dr. Christoph Bremer, Chefarzt der Klinik für Radiologie, dauert die Untersuchung mit dem neuen Gerät nur wenige Minuten. Dazu legt der Patient seine Hände auf einen beweglichen Tisch, der dann unter die eingebaute Rheuma-Kamera rollt. Diese scannt die Hände mit so genanntem Nahinfrarotlicht, das bis zu vier Zentimeter tief in die Haut eindringt. Das reicht aus, um Entzündungsherde in den Gelenken ohne Röntgenstrahlung aufspüren zu können. Sichtbar werden die Herde durch ein zuvor gespritztes, floureszierendes Kontrastmittel, das seit Jahrzehnten auch zur Diagnose von Veränderungen des Augenhintergrundes Verwendung findet. Da der Körper bei Entzündungen versucht, vermehrt Abwehrzellen zu den Krankheitsherden zu bringen, werden entzündete Gelenke stärker durchblutet und entsprechend angefärbt. Somit deuten diejenigen Gelenke, in denen sich der Farbstoff ansammelt, auf ein  entzündetes Gelenk hin. Außer einem leichten Kribbeln sei von der Prozedur nichts zu merken, berichten Patienten.

 

 



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