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13.07.2007 Gelbsucht-Alarm in Süditalien
Noch ist die exakte Infektionsquelle der Erkrankungen nicht gefunden. Da in den Sommermonaten aber traditionell viele Einheimische und auch Touristen Meeresfrüchte, Muscheln und Fisch verzehren, sind die Behörden am Tyrrhenischen Meer in erhöhter Alarmbereitschaft - so lautet der Inhalt einer Pressemitteilung, die in dieser Woche von der Spezialeinheit zur Lebensmittelüberwachung Neapels (NAS) veröffentlicht wurde. Übertragen wird das Virus, das eine Gelbsucht zur Folge haben kann, durch kontaminiertes Wasser und Lebensmittel, die mit verunreinigtem Wasser in Kontakt gekommen sind. Infizierte Personen scheiden die Erreger mit dem Stuhl aus. Erst nach 2-6 Wochen kommt es zu ersten Krankheitssymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Dies ist besonders tückisch, weil die Betroffenen bereits mehrere Tage vor Ausbruch der Symptome hoch ansteckend sind. Später entwickelt sich eine Gelbsucht, der Urin wird dunkel und der Stuhl entfärbt sich. Kinder erkranken häufig asymptomatisch, dh. h. ohne erkennbare Anzeichen einer Erkrankung, bleiben aber ansteckend. Für Menschen mit einer geschädigten Leber oder ältere Menschen, kann eine Infektion mit Hepatitis A schwere Folgen haben und sogar in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen.
Reiseimpfungen dringend empfohlen - viele Kassen erstattenAlle Tropeninstitute in Deutschland empfehlen eine vorbeugende Impfung gegen Hepatitis A - auch Reisegelbsucht genannt - bei Reisen in den Mittelmeerraum und nach Osteuropa. „Die Ansteckungsgefahr mit Gelbsucht wird von vielen Touristen unterschätzt. Man kann sich am Salatbuffet eines 4-Sterne-Hotels genauso infizieren, wie beim Obstessen auf einem Markt. Prinzipiell können viele Lebensmittel mit Hepatitis-A-Viren belastet sein. Diese Erreger sind äußerst temperaturresistent. Auch der Verzehr von warmen Speisen kann zu einer Ansteckung führen. In Süditalien ist vor allem bei Muschelgerichten Vorsicht geboten. Da diese Schalentiere die Erreger aus dem Meerwasser anreichern, ist beim Verzehr besonders darauf zu achten, dass die Meeresfrüchte wirklich ausreichend gegart werden. Nicht immer lässt sich das sicherstellen. Muschelliebhaber sollten deshalb am besten gegen Hepatitis A geimpft sein", rät Prof. Dr. Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstitutes der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Impfungen gegen Hepatitis A und B wie auch andere so genannte Reiseimpfungen (Typhus, Meningokokken, Gelbfieber u.a.) werden seit Kurzem von vielen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstattet. Insgesamt haben inzwischen fast 20 Mio. Versicherte in Deutschland Anspruch auf diese Satzungsleistung ihrer Kasse. „Die Erfahrung zeigt leider, dass viele Reisende vor allem bei Reisen in nah gelegene Urlaubsländer nicht auf den notwendigen Impfschutz achten. Während bei teuren Fernreisen viele Touristen sich selbstverständlich auch über wichtige Impfungen informieren, verzichten Pauschalurlauber oft aufgrund des begrenzten Budgets oder aus Unkenntnis auf die notwendige Impfprophylaxe. Dabei kann das Infektionsrisiko für Gelbsucht z. B. in manchen beliebten Reiseländern - wie der Türkei oder Ägypten - ähnlich hoch sein wie in den Tropen", warnt Prof. Löscher. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt 2 Impfungen gegen Hepatitis A. Bereits 14 Tage nach der ersten Impfung weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl von schützenden Antikörpern auf. Daher kann der Schutz auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden - gleichzeitig oder in beliebigem Abstand zu anderen Impfungen. Nach 6 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann einen Schutz von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Eine Liste mit den 50 größten Krankenkassen, die die Kosten für Reiseimpfungen erstatten, finden Sie hier. Mehr News rund um die Reisemedizin finden Sie unter www.aerzte-im-netz.eu/ Weitere Meldungen zum Thema:
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