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08.04.2010 Leinsamen senkt Cholesterinspiegel bei Männern Leinsamen könnte eine neue Option zur Behandlung von Männern mit erhöhtem Cholesterinspiegel sein. „Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Konsum von 3 Teelöffeln Leinsamen pro Tag über einen Zeitraum von 3 Monaten den Cholesterinspiegel bei Männern um über 10 % absenkt. Zwar ist der Effekt von Cholesterin senkenden Medikamenten etwas stärker, jedoch könnte Leinsamen offenbar eine Alternative für Menschen darstellen, die lieber ihre Ernährung umstellen, als Arzneimittel nehmen, um ihre Gesundheit aufrechtzuerhalten", berichtet Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Suzanne Hendrich vor der Iowa State University in Ames, USA. Die Forschungsarbeit wird beim Jahrestreffen der American Society for Nutrition in Anaheim vorgestellt. Die Cholesterin senkende Wirkung von Leinsamen beruht auf dem Inhaltsstoff Lignan. Die Wissenschaftler untersuchten den Effekt von Lignan bei 90 Männern und Frauen mit einem erhöhten Cholesterinwert. „Eine Menge von 150 Milligramm Lignan, was einer Menge von 3 Teelöffeln entspricht, senkte den Cholesterinspiegel über einen Zeitraum von 3 Monaten bei Männern um 10 %, jedoch nicht bei Frauen", erklärt Dr. Wesiack. „Die Lignane aus den Leinsamen werden erst von Mikroorganismen im Darm in ihre bioaktive Form umgewandelt. In der Studie wurden keine Nebenwirkungen beobachtet." Unklar ist, weshalb die Lignane keine wesentliche Veränderung des Cholesterinspiegels bei Frauen bewirkten. „Es ist bekannt, dass Lignane pflanzliche Östrogene sind, die einen sehr schwachen aber messbaren Effekt haben, der dem des weiblichen Geschlechthormons ähnelt. Möglicherweise wirkt dies bei Männern dem Testosteron entgegen. Dies bedarf jedoch noch weiterer wissenschaftlicher Untersuchung", erläutert Dr. Wesiack. Lignan-Tabletten sind derzeit noch nicht erhältlich. „Da Leinsamen auch reichlich Omega-3-Fettsäuren und viel Ballaststoffe enthalten, sind sie in jedem Fall eine sinnvolle Bereicherung der Nahrung", empfiehlt Dr. Wesiack.
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