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13.04.2010

Nierenversagen kann genetisch verursacht sein

Ein chronisches Nierenversagen kann genetische Ursachen haben. Greifswalder Forscher haben zusammen mit Kollegen aus den USA und Europa über ein Dutzend Genvarianten identifiziert, die langfristig die Nierenfunktion beeinflussen, berichtet das Wissenschaftsjournal «Nature Genetics» in seiner aktuellen Ausgabe. Das internationale Wissenschaftlerkonsortium untersuchte das Blut von rund 67 000 Menschen, darunter auch 3000 Vorpommern, und beurteilten deren Nierenfunktion. Die Forscher gehen davon aus, dass jede einzelne dieser Genvarianten nur einen geringen Einfluss ausübt. Die Kombination «schlechter» Gene könne aber die erbliche Veranlagung zum chronischen Nierenversagen erheblich verstärken, wie der Greifswalder Nierenforscher Rainer Rettig sagte.

Als häufigste Ursachen für Nierenkrankheiten gelten Diabetes und Bluthochdruck. Schon länger wurde aber vermutet, dass die erbliche Veranlagung eine wichtige Rolle spiele, sagte Rettig. Langfristig sollen die Erkenntnisse dazu beitragen, neue Therapien zu entwickeln und Blutwäsche und Transplantationen überflüssig zu machen.

Weltweit leiden nach Angaben der Universität mehr als 500 Millionen Menschen an einer chronischen Nierenkrankheit. Diese könne zu einer Schwächung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen führen. Bundesweit ist jeder zehnte Erwachsene betroffen. Allein in Deutschland seien mehr als 90 000 Menschen von einer Nierenersatztherapie wie regelmäßiger Dialyse oder einer Transplantation abhängig, sagte der Greifswalder Mediziner Karlhans Endlich.



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