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19.04.2010 Vorbeugung von diabetischem Fuß: Bequeme Schuhe tragen und Fußpflege Der diabetische Fuß ist eine häufig vorkommende Folgeerkrankung bei Diabetes, die oftmals durch Verletzungen des Fußes ausgelöst wird. Diabetiker mit Empfindungs- oder Durchblutungsstörungen in den Füßen sollten daher bei der Fußpflege besondere auf besondere Sorgfalt achten, um Wunden möglichst von vornherein zu vermeiden. „Von großer Bedeutung sind dabei bequeme und nicht zu enge Schuhe. Sinnvoll ist es, Schuhe am Nachmittag zu kaufen, da die Füße dann etwas geschwollen sind und man so vermeidet, dass die neuen Schuhe drücken", rät Dr. Thorsten Siegmund von Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Bei Fußdeformierungen wie Hammerzehen oder Überbeinen sollten orthopädische Schuhe getragen werden. „Bei Spreiz- und Plattfuß können spezielle Einlagen den Fuß stützen. Gummi- oder Turnschuhe sollten möglicht wenig getragen werde, da sie die Bildung von Fußschweiß fördern", empfiehlt der Diabetologe am Klinikum Bogenhausen in München. „Um Verletzungen oder Pilzinfektionen zu vermeiden, sollten Diabetiker möglichst nicht barfuß laufen." Eine tägliche Reinigung der Füße mit lauwarmem Seifenwasser beugt der Entstehung von Infektionen vor. „Die Füße sollten dabei nicht länger als 3 Minuten im Wasser bleiben, da bei zu starkem Aufweichen der Haut Krankheitserreger leichter eindringen können. Ein Badethermometer kann helfen, wenn die Temperaturwahrnehmung der Füße nicht mehr richtig funktioniert", erläutert Dr. Siegmund. Nach dem Waschen sollten die Füße insbesondere zwischen Zehen sorgfältig abgetrocknet und anschließend eingecremt werden. „Stark verhornte Stellen wie Ferse oder Sohle sollten mit einer sehr fetthaltigen Creme eingerieben werden, um Risse zu vermeiden. Hornhaut kann durch vorsichtiges Abreiben mit einem Bimsstein oder einer Hornhautreibe entfernt werden." Das diabetische Fußsyndrom tritt vor allem bei einem langjährigen, schlecht eingestellten Diabetes auf. „Meist werden die Nerven und Blutgefäße in den Füßen geschädigt, was oftmals Durchblutungs- und Empfindungsstörungen nach sich zieht. Darüber hinaus wird das Immunsystem geschwächt, so dass es leichter zu Infektionen kommt und bereits kleine Verletzungen oder Druckstellen zu großflächigen entzündlichen Wunden heranwachsen können", erklärt Dr. Siegmund. „Jede Verletzung am Fuß sollte umgehend von einem Arzt untersucht werden." In Deutschland leben 7 bis 8 Millionen Diabetiker. Etwa 1 Million von ihnen haben ein erhöhtes Risiko für offene Wunden, ca. 250 000 dieser Patienten haben bereits eine offene Fußverletzung. Jedes Jahr müssen etwa 60 000 Amputationen durchgeführt werden - mit steigender Tendenz.
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