Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

News


03.05.2010

Etwa 10.000 deutsche Fans bei der WM in Südafrika – Gesundheitsmaßnahmen notwendig

Nach Angaben der FIFA sind bisher mehr als 30.000 Karten für die Fußball-WM an deutsche Staatsbürger verkauft worden. Experten schätzen, dass jeder ausländische Besucher im Schnitt Eintrittskarten für 3 Spiele besitzt. Daher ist davon auszugehen, dass etwa 10.000 deutsche Fans bei der WM in Südafrika vor Ort sein werden. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) rät zu einigen Vorsichtsmaßnahmen, die generell für Reisen ins südliche Afrika empfohlen werden. In den Wintermonaten Juni- September gibt es in Südafrika kein hohes Malaria-Risiko. Lediglich beim Besuch der Wildtier-Reservate im Osten (Krüger-Nationalpark) und Nordosten (Tembe- und Ndumu-Nationalpark) ist eine so genannte Standby-Medikation empfohlen - man sollte also die entsprechenden Malaria-Medikamente dabei haben. „Mückenstiche vermeidet man am besten durch das Tragen von langärmliger Kleidung. Bei Durchschnittstemperaturen von etwa 18° C am Tag und 7°C in der Nacht werden das die meisten Touristen sowieso tun. Wer neben den Fußballspielen auch die Nationalparks besucht, sollte sich zusätzlich mit Mückensprays oder Cremes vor den Moskitostichen schützen", rät Dr. Sebastian Dieckmann, Leiter der reisemedizinischen Ambulanz am Tropeninstitut in Berlin. Auch bei der Ernährung gibt es einige Verhaltensregeln zu beachten. „Die hygienischen Bedingungen unterscheiden sich natürlich von westeuropäischen Standards. Grundsätzlich rate ich zu original verschlossenen Getränken und bei frischem Obst und Salaten sollte darauf geachtet werden, dass dies nicht mit möglicherweise verunreinigtem Wasser in Berührung gekommen ist. Also besser selbst schälen als angeschnittene Portionen zu sich nehmen", erläutert Dieckmann. In Bezug auf Impfungen empfiehlt der Experte vor allem die Impfungen gegen Gelbsucht und auch Masern. „Hepatitis A ist in Afrika immer ein Thema - diese Impfung sollten alle Südafrika-Reisenden unbedingt haben. Seit Anfang des Jahres grassieren im südlichen Afrika die Masern. Wer diese noch nicht durchgemacht hat und keinen Impfschutz hat, sollte diese Impfung nachholen. Diese so genannte Kinderkrankheit verläuft bei Erwachsenen mit mehr Komplikationen als bei Kindern und ist nicht zu unterschätzen", warnt Dieckmann.

Impfstatus der Nationalspieler wird kontrolliert

Auch im Kreise der deutschen Nationalmannschaft werden medizinische Vorbereitungen für die Reise nach Südafrika getroffen. Prof. Dr. Tim Meyer, Mannschaftsarzt der DFB-Auswahl, legt ebenfalls Wert auf einen umfassenden Impfschutz der Spieler. „Die Spieler werden natürlich in ihren Vereinen medizinisch betreut. Wir überprüfen daher den Impfstatus, z.B. gegen Hepatitis, und werden gegebenenfalls noch fehlende Impfungen nachholen", berichtet Meyer, der Ärztlicher Direktor am Institut für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ist.
Für Fußballer wie für Fans gilt, dass die Impfungen noch kurzfristig vor Reisebeginn gegeben werden können. „Sowohl die Impfungen gegen Hepatitis A als auch gegen Masern sind noch kurz vor dem Abflug nach Südafrika sinnvoll. Die Immunität baut sich bereits nach wenigen Tagen auf. Wer seine Reise bereits gebucht hat, sollte spätestens 10 Tage vor Reisebeginn zum Arzt gehen, dann ist man auf der sicheren Seite", empfiehlt Dieckmann.



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Grippe-Impfung

Wer chronisch krank ist, sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen, um das Risiko für Komplikationen durch eine Influenza zu senken. Dazu raten die Internisten vom BDI. Fragen rund um die Grippe-Impfung können auf http://www.impfenimdialog.de/ an Experten gestellt werden, die sie innerhalb von 3 Tagen online beantworten.

zum Artikel...

Was kann bei Reizmagen tun?

Ungesunde Ernährung und Stress sind die häufigsten Auslöser eines Druckgefühls und Schmerzen in der Magengegend...

zum Artikel...

Dem Diabetischen Fuß vorbeugen

Die richtige Fußpflege und das Tragen bequemer Schuhe sind ein wichtiger Beitrag...

zum Artikel...

Vorsicht bei Herzstolpern nach Erkältung

Treten nach einem bereits überstanden geglaubten grippalen Infekt Atemnot und Herzrhythmusstörungen auf, so kann die Ursache eine nicht ungefährliche Entzündung des Herzmuskels sein...

zum Artikel...

Den Blutdruck korrekt messen

Für eine korrekte Messung des Blutdrucks zu Hause mit einem Messgerät für das Handgelenk gibt es einige Regeln zu beachten...

zum Artikel...

Wie man Diabetes verhindern kann

Auch bei erhöhtem Blutzucker-Wert kann man eine Diabetes-Erkrankung vermeiden...

zum Artikel...

Was Sie über Grippe wissen sollten

Hier finden Sie Infos zu Ansteckung, Symptomen, Vorsorge und Impfung...

zum Artikel...

Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen

Hier finden Sie eine Liste der 50 größten Versicherer zum Ausdrucken...

zum Artikel...

Schilddrüsen-Check

Internisten empfehlen jährliche Tast-Untersuchung der Schilddrüse...

zum Artikel...

Herzrhythmusstörungen: Sport hält Herz im Takt

Auch wer Probleme mit dem Herzschlag hat, braucht auf Sport nicht zu verzichten...

zum Artikel...