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12.05.2010 Osteoporose: Kann ein Medikament Bewegung ersetzen? Für Patienten mit Osteoporose, die nicht in der Lage sind, sich ausreichend zu bewegen könnte es möglicherweise eine andere Möglichkeit geben, das Knochenwachstum anzuregen. „Forscher haben herausgefunden, wie mechanische Beanspruchung des Knochens, die zum Beispiel durch Sport und Bewegung verursacht wird, das Wachstum neuen Knochengewebes anregt. Möglicherweise könnte durch Medikamente genau der gleiche Effekt erzielt werden", berichtet Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Ronald Kwon von der Stanford Universität in den USA. Die Forschungsarbeit wurde in der Online Ausgabe des Fachmagazins FASEB Journal veröffentlicht. Die Forschung der US-amerikanischen Wissenschaftler baut auf den Erkenntnissen über so genannte Zilien auf. Dies sind haarartige Organellen, die sich auf der Oberfläche einiger Zelltypen befinden. Wenn Knochen bei körperlicher Aktivität Belastungen ausgesetzt sind, kommt es im Inneren zu einem Flüssigkeitsstrom, der von den Zilien der Knochenzellen erfasst wird. „Die Forscher stellten fest, dass bereits kurz nach Einsetzen dieses Flüssigkeitsstroms im Knochen die Konzentration des Signalmoleküls cAMP stark zurückging. In der Folge kam es zu einer gesteigerten Produktion des Enzyms Cyclo-Oxigenase 2, das eine wichtige Rolle bei der Knochenbildung spielt", erklärt Dr. Wesiack. Die Forschungsarbeit stellt einen wichtigen Beitrag bei der Lösung einer sehr alten Frage dar: „Wie detektieren Knochen mechanische Belastung?". Gleichzeitig eröffnet sie möglicherweise neue Ansätze bei der Behandlung von Osteoporose. „Bei einigen Osteoporose-Patienten sind die Knochen bereits zu brüchig, als dass sie in ausreichendem Maß körperlich aktiv sein könnten, um das Knochenwachstum zu steigern. Durch die Kenntnis des biochemischen Signalwegs, wie ihn die Studie aufgezeigt hat, könnte die gleiche Wirkung in Zukunft möglicherweise auch durch Medikamente erreicht werden", sagt der BDI-Experte. Weitere Meldungen zum Thema:
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