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21.05.2010

Verzicht auf Trans-Fette in Lebensmitteln könnte viele Leben retten

Ein Verbot von Trans-Fetten in Nahrungsmitteln könnte möglicherweise sehr viele Menschen vor einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall bewahren. „Forscher gehen davon aus, dass beispielsweise in England 11000 Herzinfarkte und 7 000 Todesfälle verhindert werden könnten, wenn der Anteil von Trans-Fetten zur täglichen Energiezufuhr um 1% verringert würde", berichtet Dr. Norbert Smetak von Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). Er bezieht sich dabei auf einen Artikel von Dariush Mozaffarian und Meir J Stampfer von der Harvard Universität in den USA. Der Text wurde in der aktuellen Ausgabe des British Medical Journal veröffentlicht.

Trans-Fette werden durch eine chemische Umwandlung aus pflanzlichen Ölen erzeugt. Ein hoher Gehalt an Trans-Fetten sorgt für feste oder halb-feste Konsiszenz von Lebensmitteln und ist im Vergleich zu tierischen Fetten deutlich billiger. Bei dem Härtungsprozess werden die gesunden, aber empfindlichen Omega-3-Fettsäuren zerstört, was die Haltbarkeit der Produkte verbessert. „Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass die Aufnahme von Trans-Fetten den Gehalt von schädlichem LDL-Cholesterin sowie von Triglyceriden erhöht. Die Zufuhr von Trans-Fetten erhöht nachweislich das Risiko von Herzerkrankungen wie Myokardinfarkt und Tod durch Erkrankungen der Herzkrankgefäße", erklärt Dr. Smetak. „Die Gefahr ist dabei, bezogen auf den Energiegehalt, wesentlich größer als beim Konsum von tierischen Fetten mit gesättigten Fettsäuren.

Bereits bei geringer Aufnahme von Trans-Fetten besteht ein Risiko für die Gesundheit. In den Industrienationen machen diese chemisch veränderten Fette etwa 2 - 4% der täglichen Energiezufuhr aus. „Ein großer Anteil von Trans-Fetten ist in Backwaren, tiefgekühlten Fertigprodukten, Snacks, Margarine und Backfett zu finden. Bei Menschen, die verstärkt auf solche Produkte zurückgreifen kann der Anteil von Trans-Fetten bei der Energiezufuhr 6 - 8% betragen", erläutert der BNK-Experte. „Auf Deutschland bezogen könnten, der Einschätzung der US-amerikanischen Forscher zufolge, durch eine Verringerung des Anteils von Trans-Fetten an der Energiezufuhr um 1% etwa 18 000 Herzinfarkte und über 11 000 Todesfälle durch Herzerkrankungen vermieden werden."

Bezüglich eines Verbots von Trans-Fetten in Lebensmitteln wurden Bedenken geäußert, dass die Trans-Fette durch gesättigte Fette ersetzt würden, dass nicht genügend geeignete Fette und Öle zur Verfügung stünden oder dass die Verfügbarkeit und der Geschmack negativ beeinflusst würden. Eine Einführung entsprechender gesetzlicher Regelungen in Dänemark sowie in New York City hat jedoch gezeigt, dass keine dieser Befürchtungen eintrat. So entfernten Hersteller und Restaurants Trans-Fette aus der Nahrung, ohne dass sie vermehrt auf tierische Fette zurückgreifen mussten. „So lange es in Deutschland und der EU keine Regelung zur Beimengung von Trans-Fetten in Lebensmitteln gibt, empfiehlt es sich, einen Blick auf die Zutatenliste von Nahrungsmitteln zu werfen. Produkte, die ‚gehärtetes Fett' oder ‚gehärtetes Pflanzenfett' enthalten, sollte man nur in geringen Mengen konsumieren", rät Dr. Smetak.



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