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18.06.2010 Norovirus ist häufiger Auslöser von Reisedurchfall – Nur Hygiene schützt Noroviren, die immer wieder Magen-Darm-Infektionen zum Beispiel auf Kreuzfahrtschiffen verursachen, sind offenbar auch in vielen Regionen der Erde für Reisedurchfall verantwortlich. „Jedes Jahr erkranken 20 bis 50% der international reisenden Menschen an Reisedurchfall, häufiger als bisher vermutet aufgrund von Noroviren. Der beste Schutz vor einer Ansteckung sind Händewaschen vor dem Essen, ausschließlicher Verzehr von frisch gekochter Nahrung und Trinken von Wasser aus originalverpackten Flaschen", rät Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Forschungsarbeit von Hoonmo Koo vom Baylor College of Medicine in den USA. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Clinical Microbiology veröffentlicht. Die Wissenschaftler analysierten Stuhlproben von 571 Reisenden, die in Indien, Mexiko und Guatemala an Durchfall erkrankt waren. „Bei den Reisenden nach Indien konnten in 23% der Fälle Noroviren nachgewiesen werden, bei den Personen in Guatemala und Mexiko waren 17 bzw. 3,8% mit Noroviren infiziert worden", berichtet Dr. Walger. „Damit sind Noroviren die häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen nach dem Bakterium Escherichia coli." Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit geeigneter Nachweismethoden wurden Noroviren als Auslöser von Reisedurchfall bisher unterschätzt. Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen Noroviren, so dass man sich nur durch Hygienemaßnahmen vor einer Ansteckung schützen kann. „Dazu gehört es, sich insbesondere in Ländern, in denen der Hygienestandard nicht immer dem europäischen entspricht, sich vor den Essen stets die Hände zu waschen. Man sollte zudem nur frisch zubereitete, erhitzte Speisen essen und in jedem Fall rohes Fleisch und rohen Fisch vermeiden", empfiehlt Dr. Walger. „Wurst, rohes Gemüse, ungeschältes Obst und Salate stellen ein Risiko dar. Da auch Leitungswasser in Ländern mit niedrigerem Hygienestandard häufig mit Krankheit verunreinigt ist, sollte man nur Wasser aus originalverpackten Flaschen trinken und zum Zähneputzen verwenden." Kommt es zu einer Durchfallerkrankung, so ist es am wichtigsten, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, der durch den Durchfall entsteht, auszugleichen. „Am besten sind dazu spezielle Elektrolytpulver geeignet, die mit einwandfreiem Wasser angerührt werden können. Notfalls kann man ein ‚Durchfallgetränk' auch aus 1 Liter mit kochendem Wasser zubereiteten schwarzen Tee zubereiten, in den man 1 Teelöffel Salz, 10 Teelöffel Zucker sowie 1 Glas Orangensaft aus einer Originalverpackung mischt", erklärt Dr. Walger. „Bei blutigen Durchfällen, anhaltendem Fieber und starken Kreislaufbeschwerden sollten man vor Ort einen Arzt aufsuchen." Weitere Meldungen zum Thema:
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