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05.07.2010

Divertikulose: Verstopfung und Schmerzen im linken Unterbauch

Schmerzen, die denen einer Blinddarmentzündung ähneln, jedoch auf der linken Seite des Unterbauches auftreten, können auf eine so genannte Divertikulose hindeuten. Bei dieser Krankheit kommt es zu Ausstülpungen des Dünndarms und des Dickdarms. „Besonders ab dem 40. Lebensjahr ist eine Divertikulose eine häufige Erkrankung. Weitere Anzeichen einer Divertikulose sind Verstopfungen mit kleinen, festen Kotklumpen sowie Durchfälle. Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend trinken ist wichtig, um diesen Beschwerden entgegenzuwirken", rät Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Die Entstehung von Divertikeln ist die Folge einer ballaststoffarmen Ernährung. „Durch die faserarme Kost wird der Stuhl hart und fest, was den Druck im Inneren des Darms erhöht. Zusammen mit einer Bindegewebsschwäche, die mit zunehmendem Alter häufiger auftritt, bewirkt dieser erhöhte Druck, dass sich die Darmschleimhaut durch Schwachstellen in der Muskelschicht des Darms nach außen wölbt", erklärt Prof. Raedsch. „Oftmals werden die Divertikel zufällig, zum Beispiel im Rahmen einer Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung, festgestellt."

Oftmals verursachen Divertikel keine Beschwerden und müssen daher nicht behandelt werden. „Bleiben jedoch Stuhlreste in den Divertikeln zurück, können sich diese entzünden und es kommt zu einer Divertikulitis. Die entzündeten Divertikel können platzen und zu einer Entzündung des Bauchfells führen", warnt Prof. Raesch. „Auch Blutungen aus den Divertikeln können Folge einer Divertikulose sein. Ob und wann aus einer Divertikulose eine Divertikulitis entsteht, lässt sich jedoch weder aus der Anzahl der Divertikel, noch aus ihrer Größe vorhersagen."

Menschen mit einer Divertikulose sollten sich ballaststoffreich ernähren, damit der Stuhl weich wird und der Druck im Inneren des Darms sinkt. „So lässt sich verhindern, dass sich weitere Ausstülpungen bilden und dass sich Kot in den Divertikeln festsetzt. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung ist es wichtig, viel zu trinken, am besten 1,5 bis 2 Liter pro Tag", empfiehlt der Gastroenterologe. „Eine Entzündung der Divertikel muss allerdings mit einem Antibiotikum behandelt werden. Wiederholen sich solche Entzündungen kann es notwendig sein, die betroffenen Darmabschnitte operativ zu entfernen."

Die Divertikulose ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Menschen in den Industrieländern. Die Gefahr zu erkranken steigt mit dem Alter: Menschen unter 40 Jahren bekommen selten Divertikel. Mit 60 Jahren haben etwa 30% der Menschen Divertikel im Darm, mit 85 Jahren sind es 65%.



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