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21.07.2010 Dauerhafte Einnahme von Methotrexat bei Heranwachsenden nur selten nötig
Insgesamt 364 Kinder und Jugendliche mit JIA in Remission aus 29 Ländern haben Prof. Föll und seine Kollegen untersucht. Die Hälfte von ihnen wurde anschließend sechs Monate mit MTX behandelt, die andere Hälfte erhielt das Medikament über zwölf Monate. Das Ergebnis: Die Rückfallquote war in beiden Untersuchungsgruppen gleich groß. „Unsere Studie widerlegt damit eindrucksvoll die bisherige Vermutung, dass eine längere Weiterbehandlung mit MTX einen Einfluss auf das Rückfallrisiko hat“, erklärt Prof. Föll. „Sechs Monate Behandlung scheinen zu reichen. Für die Patienten bedeutet das natürlich einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität, da sie die Medikamente früher als bisher absetzen können.“ Der Wirkstoff Methrotrexat gilt in der Behandlung von Juveniler Idiopatischer Arthritis als Standardtherapie und relativ nebenwirkungsarm. „Dennoch ist die dauerhafte Einnahme von Medikamenten immer eine Belastung“, betont Prof. Föll. Doch warum erleiden manche Patienten einen Rückfall, während bei anderen die Erkrankung völlig zum Stillstand kommt? Auch darauf haben die Münsteraner Mediziner in der Kinderrheuma-Ambulanz während ihrer langjährigen Forschungen einen Hinweis gefunden: „Wir haben herausgefunden, dass die so genannten MRP-Biomarker (Myeloid Related Protein; MRP8/14) im Blut der Patienten anzeigen, ob ein erhöhtes Rezidivrisiko vorliegt. Bei Kindern mit erhöhtem Risiko macht eine längere MTX-Behandlung daher Sinn. Wir können nun also fundierte Empfehlungen zur Therapie bei Rheuma im Kindesalter geben“, fasst der UKM-Experte zusammen. Quelle: The Journal of the American Medical Association (JAMA), 2010, Band 303/13, Seite 1266-1273. Zusammenfassung (abstract): http://jama.ama-assn.org/cgi/content/short/303/13/1266
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