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26.07.2010

Auch bei Sommererkältungen nicht immer gleich zu Antibiotika greifen

Auch in der warmen Jahreszeit kommt es nicht selten zu Erkältungen, zum Beispiel durch den Wechsel von heißen Außentemperaturen in Räume mit zu kalt eingestellter Klimaanlage. „Wenn man an einem grippalen Infekt erkrankt, sollte man jedoch genau prüfen, ob der Einsatz von Antibiotika sinnvoll ist", empfiehlt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). „Antibiotika helfen nur bei Entzündungen, die durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen wurden. Gegen Virusinfektionen sind sie machtlos." Damit die Bakterien nicht unempfindlich gegen die Mittel werden, sollten Antibiotika zudem unbedingt über den gesamten vom Arzt empfohlenen Zeitraum hinweg in der empfohlenen Dosis eingenommen werden.

Entzündungen der Bronchien (Bronchitis) werden meist durch Viren verursacht. Es gibt jedoch auch Mischinfektionen aus Viren und Bakterien oder Entzündungen, bei denen ein Erreger den anderen ablöst. Auch bei grippalen Infekten oder gar einer Infektion mit Grippeviren bleiben Antibiotika wirkungslos. Gegen eine virale Infektion der Atemwege helfen nur spezielle Medikamente - so genannte Virustatika - oder eine vorbeugende Impfung. „Werden in solchen Fällen trotzdem Antibiotika eingesetzt, kann dies mehr schaden als nutzen", erklärt Dr. Wesiack. „Einige Präparate können Allergien oder Nebenwirkungen wie zum Beispiel Magenprobleme, Durchfall, Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht sowie Nieren- und Leberschädigungen hervorrufen."

Typisch für eine virale Infektion der Atemwege ist, wenn durchsichtiges oder weißes Sekret ausgehustet wird. Grünliches oder gelbliches Sekret stammt dagegen meist von einer Infektion mit Bakterien. Auch schnell ansteigendes, hohes Fieber deutet auf eine Virusinfektion hin. Bei bakteriellen Infektionen steigt das Fieber eher langsam.



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