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05.08.2010 90% aller Kinder in den südlichen Mittelmeerländern haben Hepatitis A Fast 90% aller Kinder in den südlichen Mittelmeerländerländern stecken sich bis zu ihrem zehnten Lebensjahr mit Hepatitis A an. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die an der Ain Shams Universität von Kairo durchgeführt wurde und neben Ägypten auch die Mittelmeeranrainer-Staaten Tunesien, Marokko, Algerien und Libyen untersuchte. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Übertragung des hochansteckenden Virus, das eine infektiöse Leberentzündung auslösen kann, hauptsächlich über verunreinigtes Trinkwasser oder den Verzehr von Lebensmittel, die mit kontaminiertem Wasser in Berührung gekommen sind, ausgelöst wird. Außerdem stellt die Benutzung von unhygienischen Sanitäranlagen ein hohes Infektionsrisiko dar. Obwohl alle Länder zu den Regionen mit erhöhtem und hohem Hepatitis-A-Risiko zählen, gibt es doch große Unterschiede. In Algerien und Libyen stecken sich fast alle Kinder bis zum Alter von 10 Jahren mit Hepatitis A an. In Ägypten und Tunesien ist die Ansteckungsgefahr auf dem Land wesentlich höher als in den Großstädten. Am geringsten ist die Verbreitung von Hepatitis A in Marokko, wo nur etwa bei 45% der 6-Jährigen und etwa 70% der 7- bis 14-Jährigen Hepatitis-A-Antikörper gefunden wurden. Die Experten erklären dies mit den verbesserten hygienischen Bedingungen, die dazu führen, dass das Erkrankungsalter ansteigt. Doch noch immer ist das Virus auch in den beliebten Urlaubsländern sehr präsent. So konnte der Erreger der so genannten Reisegelbsucht im Abwasser Kairos, im Nilwasser und sogar im aufbereiteten Gebrauchswasser häufig nachgewiesen werden. Zwischen 40% und 70% der untersuchten Proben waren positiv für Hepatitis A. Und so sind Experten auch nicht überrascht, dass so viele Menschen sich im Kindesalter anstecken. "Hepatitis A verläuft im Kleinkindesalter fast ohne Symptome. Die meisten Kinder bemerken ihre Erkrankung gar nicht - und sind dann lebenslang immun. Daher sieht man in diesen Ländern auch nur selten große Hepatitis-Ausbrüche oder lokale Epidemien. Denn die Immunität betrifft ja nahezu die gesamte Bevölkerung. Völlig anders ist die Situation natürlich für ungeschützte Touristen. Für sie kann eine Reise in ein Land mit hohem Hepatitis-Infektionsrisiko durchaus schwere Folgen haben. Denn mit zunehmendem Erkrankungsalter steigt auch die Zahl der Komplikationen", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Gelbsucht-Gefahr für ungeschützte Touristen„Die möglichen Symptome einer Hepatitis-Erkrankung reichen von Fieber, Übelkeit, Durchfall und Schwindel bis zur Dunkelfärbung des Urins und Gelbfärbung der Haut - deshalb hat die „Gelbsucht" auch ihren Namen. Bei Menschen mit einer Vorerkrankung der Leber, z.B. durch Alkohol, kann eine zusätzliche Belastung des Organs durch eine Virusinfektion zu schweren Komplikationen führen. Manche dieser akuten Fälle enden auch tödlich", so Löscher. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher diese Impfung vor Reisen in Länder mit hohem Hepatitis-A-Risiko. „Alle Menschen, die ans Mittelmeer oder nach Nordafrika reisen, sollten sich daher unbedingt gegen Hepatitis impfen lassen", rät der Reisemediziner. „Die Impfung gegen Hepatitis ist sehr gut verträglich. Bereits nach 7-14 Tagen weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf. Der Schutz kann auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden - im beliebigen Abstand zu anderen Impfungen. Nach 6-12 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann einen Schutz von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Wer sich beim Arzt nur impfen lässt, muss keine Praxisgebühr zahlen", so Löscher weiter. Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten diese Impfung inzwischen. Eine Liste der Kassen, die diese Impfung als Satzungsleistung bezahlen liefert dazu weitere Informationen Weitere Meldungen zum Thema:
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Fast 90% aller Kinder in den südlichen Mittelmeerländerländern stecken sich bis zu ihrem zehnten Lebensjahr mit Hepatitis A an. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die an der Ain Shams Universität von Kairo durchgeführt wurde und neben Ägypten auch die Mittelmeeranrainer-Staaten Tunesien, Marokko, Algerien und Libyen untersuchte. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Übertragung des hochansteckenden Virus, das eine infektiöse Leberentzündung auslösen kann, hauptsächlich über verunreinigtes Trinkwasser oder den Verzehr von Lebensmittel, die mit kontaminiertem Wasser in Berührung gekommen sind, ausgelöst wird. Außerdem stellt die Benutzung von unhygienischen Sanitäranlagen ein hohes Infektionsrisiko dar. Obwohl alle Länder zu den Regionen mit erhöhtem und hohem Hepatitis-A-Risiko zählen, gibt es doch große Unterschiede. In Algerien und Libyen stecken sich fast alle Kinder bis zum Alter von 10 Jahren mit Hepatitis A an. In Ägypten und Tunesien ist die Ansteckungsgefahr auf dem Land wesentlich höher als in den Großstädten. Am geringsten ist die Verbreitung von Hepatitis A in Marokko, wo nur etwa bei 45% der 6-Jährigen und etwa 70% der 7- bis 14-Jährigen Hepatitis-A-Antikörper gefunden wurden. Die Experten erklären dies mit den verbesserten hygienischen Bedingungen, die dazu führen, dass das Erkrankungsalter ansteigt. Doch noch immer ist das Virus auch in den beliebten Urlaubsländern sehr präsent. So konnte der Erreger der so genannten Reisegelbsucht im Abwasser Kairos, im Nilwasser und sogar im aufbereiteten Gebrauchswasser häufig nachgewiesen werden. Zwischen 40% und 70% der untersuchten Proben waren positiv für Hepatitis A. Und so sind Experten auch nicht überrascht, dass so viele Menschen sich im Kindesalter anstecken. "Hepatitis A verläuft im Kleinkindesalter fast ohne Symptome. Die meisten Kinder bemerken ihre Erkrankung gar nicht - und sind dann lebenslang immun. Daher sieht man in diesen Ländern auch nur selten große Hepatitis-Ausbrüche oder lokale Epidemien. Denn die Immunität betrifft ja nahezu die gesamte Bevölkerung. Völlig anders ist die Situation natürlich für ungeschützte Touristen. Für sie kann eine Reise in ein Land mit hohem Hepatitis-Infektionsrisiko durchaus schwere Folgen haben. Denn mit zunehmendem Erkrankungsalter steigt auch die Zahl der Komplikationen", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). 




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