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01.09.2010 Dem Knochenschwund bei Morbus Bechterew auf der Spur
Für die Dresdener Wissenschaftler steht die Frage im Vordergrund, wie weit die Entzündungsreaktion beim Morbus Bechterew zum Knochenverlust beiträgt. Erforscht wird dies zunächst in einem Tiermodell des Morbus Bechterew (an HLA-B27 transgenen Ratten). „HLA-Moleküle spielen eine wesentliche Rolle in der Erkennung von Fremdeiweiß durch Abwehrzellen", erklärt Dr. Martina Rauner. „HLA-B27 ist ein entscheidender Risikofaktor für den Morbus Bechterew. Ratten, die menschliches HLA-B27 auf ihren Zellen tragen, bekommen eine dem Morbus Bechterew vergleichbare chronische Entzündung der Wirbelsäule. Durch die Entzündung werden unter anderem vermehrt T-Zellen aktiviert - eine Gruppe der weißen Blutzellen, die für die Immunabwehr zuständig sind." Und Prof. Dr. Lorenz Hofbauer fügt hinzu: „Wir wissen bereits, dass diese Abwehrzellen den Knochenabbau fördern. Sie aktivieren Knochen-zerstörende Osteoklasten, die dann mehr Knochen zerstören, als die Knochen-bildenden Osteoblasten hinzufügen können. Bis jetzt ist es jedoch unklar, ob T-Zellen auch direkt die Knochenformation steigern können." Genau das will nun Dr. Martina Rauner untersuchen: „Wir wollen überprüfen, ob eine erhöhte Anzahl an T-Zellen zur paradoxen Knochenpathologie bei Morbus Bechterew beiträgt." Zwei Jahre wird das Forschungsprojekt vermutlich dauern. „Dann sollten wir die Knochenveränderungen bei Morbus Bechterew besser verstehen", so Prof. Hofbauer. Ein gezielter immunologischer Therapieansatz könnte der Schlüssel zu einer verbesserten Therapie sein, was unmittelbare Auswirkungen auf künftige Behandlungsmöglichkeiten hätte.
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