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08.09.2010

Beschleunigte Knochenheilung

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, insbesondere die rheumatoide Arthritis, machen sich durch Schmerzen, geschwollene Gelenke und eingeschränkte Beweglichkeit bemerkbar. Gefährlich werden diese Erkrankungen, wenn sie die Knochen angreifen und diese mit fortschreitender Erkrankungsdauer zerstören. Bereits 1982 wurde ein Eiweißstoff - das Wnt-Protein - entdeckt, der möglicherweise die Knochenheilung beschleunigen könnte, zumal er natürlicherweise auch im menschlichen Knochen vorkommt. Die Tatsache, dass das Wnt-Protein in den meisten Flüssigkeiten nicht löslich ist, hat seine Erforschung bisher allerdings stark behindert. Jetzt haben Forscher an der Stanford School of Medicine in den USA im Tierexperiment nachweisen können, dass eine Injektion des Wnt-Proteins in beschädigte Knochen von Mäusen zu einer erheblich beschleunigten Knochenheilung führt (siehe Science Translational Medicine 2010, Band 2, Ausgabe 29, Seite 29: http://stm.sciencemag.org/content/2/29/29ra30.abstract#aff-1).

Wegen seiner schlechten Löslichkeit integrierten die Wissenschaftler um Jill Helms das Wnt-Protein in so genannten Liposomen - das sind flüssigkeitsgefüllte Fetttröpfchen mit fett- und wasserlöslichen Eigenschaften, die zum Beispiel in der Kosmetikindustrie zum Transport wasserlöslicher Stoffe in die Haut verwendet werden. Ergebnis: 28 Tage nach der Wnt-Injektion hatten sich die Knochen der Mäuse vollkommen erneuert, während die Reparaturprozesse in einer Kontrollgruppe ohne die Gabe von Wnt noch anhielten. Nach Angaben der Forscher hat das Wnt-Protein im Tierexperiment die Knochenheilung um das 3,5-fache beschleunigt. Jetzt müssen weitere Studien untersuchen, ob diese Art der Behandlung auch für Menschen geeignet wäre und effektiv ist.

 



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