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31.07.2007

Sanfte Darmuntersuchungen mit intelligenten Endoskopen

Eine Darmspiegelung (Koloskopie), die alle Menschen ab 55 Jahren durchführen lassen sollten, kann unter Umständen beschwerlich sein. Besonders unangenehm wird es, wenn sich die Spitze des Endoskops nicht problemlos durch die Windungen des Dickdarms vorschieben lässt. Das Endoskop wird gestaucht und bildet hinter dem Hindernis eine Schleife. Dies ist eine häufige Ursache für Missempfindungen bei der Koloskopie.

Neuere Endoskope sind so dagegen konstruiert, dass eine Schleifenbildung weitgehend vermieden wird. Bei einem Modell bewegt sich das Endoskop, nachdem es einmal im After mit einem Ballon fixiert ist, sogar selbstständig im Darm vorwärts (Ballonendoskopie). Der Arzt kann sich dann am Bildschirm auf die Suche nach Polypen und anderen Vorstufen des Darmkrebses konzentrieren. Ein anderes Modell muss gar nicht über den Anus eingeführt werden, sondern der Patient verschluckt eine Kapsel mit einer Kamera (Kapselendoskopie). Durch die Darmtätigkeit wandert die Kapsel durch den gesamten Darm und nimmt dabei in regelmäßigen Abständen Bilder auf. „Ob sich der Darm mit Hilfe der Kapselendoskopie ähnlich genau untersuchen lässt, wie mit herkömmlichen Endoskopen, muss sich jedoch noch in weiteren Studien bestätigen", so Dr. Martin Strauch, Gastroenterologe vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Andere Endoskope sollen künftig mit ihrer Spitze die Wand von Magen und Darm durchdringen, damit der Arzt kleinere oder größere Operationen in der Bauchhöhle vornehmen kann. Sterilisationen und die Entfernung von Gallenblase, Gebärmutter oder der Eierstöcke könnten so technisch möglich werden.

Quelle: DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007, 132: S. 1388-1391

Verschiedene Nachrichten rund um das Thema Darm finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

 

 



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