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30.08.2010 Häufiges Nasenbluten kann Hinweis auf Störung der Blutgerinnung sein Menschen, bei denen es häufig zu grundlosem und schwer zu stoppendem Nasenbluten kommt, haben möglicherweise eine gestörte Blutgerinnung. „Die Symptome sind typisch für das so genannte Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom. Bei chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen ist es äußerst wichtig, von dieser Blutungsneigung Kenntnis zu haben. Bei häufigem Nasenbluten sollte man daher unbedingt einen Arzt aufsuchen", rät Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). „Auch große blaue Flecken bereits nach kleineren Stößen oder Schlägen sind mögliche Anzeichen des Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom." Das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom ist die häufigste erblich bedingte Blutgerinnungsstörung. Rund 1% der Bevölkerung leidet an dieser Erbkrankheit, bei der ein Gerinnungsenzym - der so genannte Von-Willebrand-Faktor - zu wenig oder gar nicht gebildet wird. Etwa 80% der Betroffenen haben eine milde Variante der Erkrankung, in etwa 5% der Fälle verläuft sie dagegen schwer. Die milde Form wird in der Regel nicht behandelt, für die schwere Verlaufsform gibt es verschiedene Medikamente, die die Produktion des Von-Willebrand-Faktors erhöhen oder die Blutgerinnung verbessern. „Die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, denn die milde Form ruft nur leichte Symptome hervor", erklärt Dr. Wesiack. „So bluten bereits kleinere Wunden stark und die Blutungen lassen sich nur schwer stoppen." Auch Blut im Urin sowie schwere Regelblutungen bei Frauen können auf das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom zurückgehen. „Die Erkrankung ist zwar in den meisten Fällen ungefährlich, trotzdem diese Symptomen von einem Arzt abgeklärt werden", rät der BDI-Experte. Die üblichen Blutgerinnungstests, wie der Quick-Wert oder die partielle Thromboplastinzeit sind zwar häufig normal, eine verlängerte Blutungszeit im Test deutet jedoch auf die Erkrankung hin. Durch Messung einzelner Gerinnungsfaktoren, wie des Willebrandfaktor-Antigens, kann der Arzt die Erkrankung diagnostizieren. Da die Gerinnungsstörung von den Eltern an die Kinder vererbt wird, sollten Eltern, Geschwister und Kinder von Betroffenen ebenfalls einen Test auf das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom vornehmen lassen. Denn auch in der milden Form können nach schweren Verletzungen oder Operationen starke, schwer stillbare Blutungen auftreten. Insbesondere Chirurgen und Zahnärzte sollten deshalb über das Vorliegen einer Blutgerinnungsstörung Bescheid wissen, damit sie vor einem operativen Eingriff Vorkehrungen gegen zu starken Blutverlust treffen können. „Außerdem kann ein Unfallhilfe-Pass oder eine Hals- oder Armkette mit Angaben zu der Erkrankung im Notfall lebensrettend sein", empfiehlt Dr. Wesiack. Menschen mit einem Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom sollten generell ihren Arzt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen. Denn manche frei verkäuflichen Präparate enthalten gerinnungshemmende Wirkstoffe, wie zum Beispiel Aspirin, und können die Blutungsneigung noch weiter erhöhen. Weitere Meldungen zum Thema: |
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