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06.09.2010

Herzinfarkt kann sich bei Frauen anders äußern als bei Männern

Bei einem Herzinfarkt denkt man vor allem an Brustschmerzen, Engegefühl und Bewusstlosigkeit. „Da bei Frauen jedoch auch andere Symptome auftreten können, wird ein Infarkt bei ihnen immer wieder zu spät erkannt und behandelt", warnt Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). „Während bei Männern meist Schmerzen in der Mitte des Brustkorbs, die oft in den linken Arm und den Unterkiefer ausstrahlen, auf einen Herzinfarkt hindeuten, löst ein Infarkt bei Frauen häufig Schmerzen im Oberbauch sowie plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Schwindel aus." Es kann sogar vorkommen, dass ein Infarkt überhaupt keine Schmerzen hervorruft und erst nachträglich in einem EKG festgestellt wird: man spricht dann von einem stummen Infarkt. „Bei Frauen kann ein Infarkt mit einer Verdauungsstörung verwechselt werden. Kommen aber Symptome wie Schweißausbrüche, Kurzatmigkeit und Angstgefühle hinzu, sollte man unbedingt sofort einen Notarzt alarmieren", rät Dr. Smetak.

Während früher Männer häufiger Opfer eines Herzinfarkts wurden, sind mittlerweile Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere der Herzinfarkt, auch bei Frauen nach der Menopause die Haupttodesursache in Deutschland. „Eine mögliche Ursache für diese erhöhte Sterblichkeit ist, dass die oft untypischen Symptome nicht immer richtig gedeutet werden. Frauen werden deshalb oftmals zu spät oder gar nicht behandelt", erklärt Dr. Smetak. „Der Zeitverlust bis zum Beginn einer wirksamen Behandlung in der Klinik verschlechtert wiederum die weitere Prognose."



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