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24.09.2010 Arbeiten bis zum Umfallen: Dauerstress im Job geht aufs Herz
«Durch Stress werden unter anderem mehr Stresshormone wie Adrenalin oder Kortisol ins Blut ausgeschüttet», erläutert Ulrich Hildebrandt, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie der Klinik St. Hat jemand regelmäßig oder dauerhaft Stress, kann es aber genau durch diese Reaktionen im Körper zu Schäden kommen. «Wer chronisch unter Stress leidet, steht gewissermaßen immer unter Dampf», erklärt Prof. Karl-Heinz Ladwig vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt. «Das bedeutet zum Beispiel, dass die Herzfrequenz sich dauerhaft erhöht und das Herz häufiger schlägt als im Normalzustand.» Das beanspruche das Herz aber auch mehr - und schädige es stärker. Werden außerdem regelmäßig Stresshormone ausgeschüttet, kann das zu Bluthochdruck und einem nervösen Darm führen. «Ein weiterer Aspekt ist, dass die Psyche auch das Immunsystem des Körpers beeinflussen kann», sagt Ladwig. Wer also dauergestresst ist, bekommt schneller Infekte und leidet häufig unter schlechter Wundheilung. «Stress am Arbeitsplatz ist eine Mischung aus objektiven und subjektiven Parametern», betont Ladwig. Studien belegten zwar, dass objektive Stressfaktoren wie Zeitdruck, dauerhafter Lärm, viele Überstunden und hohe Arbeitsbelastung das Risiko für Herzerkrankungen deutlich erhöhen. «Es spielt aber auch eine Rolle, wie man auf diese objektiven Faktoren reagiert und ob man versuchen kann, sie zu verändern», sagt er. Stress entstehe nicht nur im Kopf, sondern vor allem durch objektive Faktoren. Zum Herzinfarkt oder anderen Herzerkrankungen muss es aber auch dann nicht kommen. «Man kann präventiv versuchen, den Stress etwas zu reduzieren», sagt der Psychosomatiker Prof. Jochen Jordan von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Wer sich nämlich selber immer höhere Ziele und ständig unter Druck setzt, erhöhe den Stress. Auch Bewegung ist bei Stress sehr wichtig. «Dadurch können die Stresshormone wie Adrenalin aus dem Körper ausgeschwemmt werden», erklärt Jordan. Gut sei, pro Woche etwa drei Stunden Ausdauersport zu treiben. «Das kann Radfahren, Joggen oder Walken sein.» Wenn ein Vertreter nach einer mehrstündigen Autofahrt beispielweise überspannt am Ziel ankomme, sollte er erst einmal eine Runde Joggen, anstatt sich mit dem Kunden zum deftigen Essen zu treffen. Darüber hinaus kann bewusstes Entspannungstraining helfen. «Das Ziel ist, den Puls und den Blutdruck zu senken», erläutert Jordan. Besonders stressgefährdete JobsIn einigen Berufen ist man per se stressgefährdeter als in anderen. Studien belegten, dass dauerhafte Nacht- und Schichtarbeit schädlich ist, sagt der Psychokardiologe Prof. Jochen Jordan. Der Biorhythmus werde auf Dauer massiv gefährdet. «Auch Jobs, bei denen man viel Auto fährt, stellen ein Risiko für Herzerkrankungen dar.» Dazu gehörten Vertreter sowie Bus-, Taxi- und Lastwagenfahrer. Beim Autofahren seien viele Leute lange Zeit sehr angespannt und könnten das meist nicht richtig abbauen. Weitere Meldungen zum Thema:
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