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25.11.2010

Gelenkzerstörung endlich stoppen

In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen an einer Arthrose. Bei der Erkrankung baut sich nach und nach der Gelenkknorpel ab. Bislang gibt es keine Behandlung, die diesen Prozess stoppen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) forderte deshalb im Vorfeld ihres Jahreskongresses in Hamburg, auf dem die Arthrose ein Schwerpunktthema bildete, die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich weiter zu verstärken.

„Die Arthrose ist keine altersbedingte Verschleißkrankheit”, betont DGRh-Präsident Prof. Dr. med. Wolfgang Rüther, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Klinik für Orthopädie am Klinikum Bad Bramstedt. „Die Krankheit entsteht nicht durch Abrieb oder Abnutzung. Am Anfang steht vielmehr häufig eine einmalige Schädigung des Gelenkknorpels.” So können Infektionen, Entzündungen, Unfälle oder auch Stoffwechselstörungen die individuelle Belastbarkeit des Gelenkknorpels überfordern. Von der ersten Schädigung bis zur Arthrose vergingen dann oft viele Jahre, in denen der Patient keine Schmerzen verspüre. Deshalb sei Prof. Rüther zufolge auch die Frühdiagnostik so schwierig.

Derzeit beschränkt sich die Therapie der Arthrose im Wesentlichen auf eine Schmerzlinderung und auf den Erhalt der Gelenkbeweglichkeit. Bei fortgeschrittener Erkrankung benötigen viele Menschen dann ein Kunstgelenk. Ein vielversprechender neuer Ansatz zur Behandlung der Arthrose stellt nach Angaben von Prof. Rüther die Transplantation von Knorpelzellen oder –gewebe dar.  „Eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gewebequalität gelingt aber leider noch nicht”, schränkt Prof. Rüher ein. Außerdem sei die Therapie nur bei abgegrenzten Knorpelschäden möglich, wie sie zum Beispiel als Unfallfolge auftreten können. Damit käme sie nur für einige Patienten in Frage.

Um auch den vielen anderen Arthrose-Patienten endlich eine Therapie anbieten zu können, müssen laut Rüther die Forschungsaktivitäten weiter verstärkt werden. In diesem Zusammenhang fordert er einen noch intensiveren Austausch über die einzelnen Fächergrenzen hinweg. „Es gilt, in enger Zusammenarbeit von Rheumatologen, Orthopäden und Naturwissenschaftlern Wege zu finden, in den Prozess des Knorpelabbaus einzugreifen“, so Rüther.



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