
Ödeme
Symptome eines Ödems
Meist handelt es sich bei einem Ödem nicht um ein eigenes Krankheitsbild, sondern um eines von mehreren Symptomen einer mehr oder weniger schweren Grunderkrankung. Ödeme hängen deshalb immer eng mit der auslösenden Erkrankung zusammen.
Ödeme durch Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Eine Schwäche der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) ist die häufigste Ursache eines Lungenödems. Diese Patienten haben Mühe zu atmen, sie atmen lauter als gewöhnlich und haben einen beschleunigten Puls. Viele Patienten sitzen aufrecht, weil dies das Atmen erleichtert. Die Atemnot tritt anfangs nur bei Belastung auf, bei fortschreitender Krankheit auch im Ruhezustand. Dazu kann ein hartnäckiger trockener Husten mit weißlichem Auswurf auftreten. Ein weiterer Hinweis auf ein Lungenödem ist das Aushusten von schaumiger, hellroter oder blutiger Flüssigkeit.
Patienten mit einem schweren Lungenödem leiden unter schwerster Atemnot. Die Haut ist häufig blass oder bläulich verfärbt. Die ausgehustete Flüssigkeit ist schaumig. Manchmal hört man ein rasselndes Atemgeräusch.
Ödeme an den Füßen oder Beinen können bei einer Schwäche der rechten Herzkammer auftreten. Im Gegensatz zu Ödemen als Folge einer Thrombose oder Venenschwäche, treten sie an beiden Beinen auf. Als erstes schwellen die tief liegende Körperbereiche an, also zunächst die Füße. Hier sieht man die Ödeme im Knöchelbereich oder auf dem Fußrücken, später auch als Schwellung über den Schienbeinen. Bei bettlägerigen Patienten bilden sie sich als erstes in der Region über dem Kreuzbein. Die Ödeme entstehen anfangs nur abends und bilden sich über Nacht zurück, später bleiben sie dauerhaft bestehen. Dringt Flüssigkeit in die Bauchhöhle ein, kann ein kugelig aufgeblähter Bauch die Folge sein (Aszites).
Ödeme durch Veneschwäche
Ödeme in Beinen und Füßen können nach einer Thrombose in den Beinvenen oder durch eine Schwäche der Venenklappen entstehen. Das Blut staut sich und wird in das umgebende Gewebe gedrückt. Das Ödem äußert sich als Schwellung am Unterschenkel oder am Fuß. Im Gegensatz zu Ödemen bei Herzschwäche entstehen diese Ödeme nur an dem betroffenen Bein.
Ödeme durch Nierenerkrankungen
Ödeme, die in Folge von Nierenerkrankungen entstehen, entwickeln sich zunächst in leicht verschiebbaren Bindegeweben, die dem Ausströmen von Flüssigkeit wenig Widerstand entgegensetzen. Typisch sind Schwellungen im Bereich der Augen und im Gesicht. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Flüssigkeit in Körperhohlräumen wie der Bauchhöhle (Aszites) oder dem Brustkorb sammeln.
Lymphödeme
Durch den Lymphstau können die betroffenen Extremitäten oder Körperteile stark anschwellen. Im Falle eines primären Lymphödems sind an den Beinen vor allem die Knöchel betroffen und im Bereich des Sprunggelenkes bilden sich tiefe Hautfalten (Fußrückenödem). Sekundäre Lymphödeme betreffen dagegen zuerst den Rumpf und breiten sich erst später zu den Extremitäten hin aus.
Lymphödeme verursachen oft ein Spannungsgefühl, Schwere und Schmerzen. Darüber hinaus kann übermäßiges Wachstum von Bindegewebe in den betroffenen Bereichen dazu führen, dass sich die Ödeme verhärten und die Schwellungen nicht mehr zurückgehen.
Bei einem primären Lymphödem des Beines sind die Zehen im Gegensatz zu Ödemen bei einer Venenschwäche oder einer Thrombose mit betroffen. Die Zehen sind quaderförmig angeschwollen („Kastenzehen").
Ödeme durch Allergien
Als Angio-Ödeme oder Quincke-Ödeme werden Flüssigkeitsansammlungen bezeichnet, die durch Allergien hervorgerufen werden. Die Schwellungen treten vor allem im Gesicht und im Magen-Darm-Trakt auf. Typisch sind geschwollene Augenlider und Lippen. Oft tritt ein Quincke-Ödem in Verbindung mit einer Nesselsucht (Urtikaria) auf.


