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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Prognose & Verlauf


Behandlungsfolgen

Operationen an der Schilddrüse rangieren nach den Eingriffen am Blinddarm und dem Leistenbruch auf Platz 3 der häufigsten Operationen. Trotzdem ist wie bei jeder Operation auch der Eingriff an der Schilddrüse mit Risiken verbunden: Die Stimmbandnerven können beeinträchtigt werden. In der Folge kann sich - meist vorübergehend - die Stimme verändern. Deshalb überprüft  ein Hals-Nasen-Ohrenarzt i.d.R. vor und nach der Operation die Stimmbänder.

Wurden bei der Operation die Nebenschilddrüsen verletzt, kann sich das negativ auf den Kalziumstoffwechsel auswirken. Die Betroffenen müssen dann für einige Wochen, z.T. aber auch lebenslang, Kalziumtabletten und eventuell auch Vitamin D einnehmen. 

Falls nach dem Absetzen der thyreostatischen Medikamente erneut zu viele Hormone produziert werden, muss unter Umständen eine lebenslange Therapie erfolgen, falls nicht eine OP oder Radio-Jod-Therapie durchgeführt werden kann. Dies ist insbesondere bei älteren Patienten und bei einer durch Autonomie verursachten Überfunktion der Fall.

Auch Radio-Jod-Therapien und Operationen an der Schilddrüse haben häufig eine lebenslange Medikamenteneinnahme von Schilddrüsen-Hormonen zur Folge, da die körpereigene Hormonherstellung nach dem Eingriff nicht mehr ausreicht.

Auch wenn eine Therapie erfolgreich war, sind lebenslange regelmäßige Kontrollunter-suchungen der Schilddrüse und der Blutwerte (TSH, fT3 und fT4) notwendig. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sie nach einer immunbedingten Hyperthyreose regelmäßig auf ihre Augen achten, um  eine später auftretende endokrine Orbitopathie rechtzeitig zu erkennen. 

Prognose

Dank moderner Therapiemöglichkeiten kann man mit einer erkannten und behandelten Schilddrüsenüberfunktion in den meisten Fällen ein normales Leben führen. Im Falle einer thyreotoxische Krise liegt die Sterblichkeit jedoch immer noch bei 20-30%.

Morbus Basedow bildet sich bei etwa der Hälfte aller Patienten sogar von alleine zurück, was allerdings nicht eine rechtzeitige Behandlung ausschließen sollte. Allerdings kann diese Erkrankung auch nach einer Therapie wieder auftreten. Eine Operation oder eine Radio-Jod-Therapie sind dann unumgänglich. Häufig tritt Morbus Basedow mit anderen Autoimmunkrankheiten auf wie z.B. Gelenkrheumatismus, der Darmkrankheit Morbus Crohn oder Diabetes Typ I.

 

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