
Schilddrüsenüberfunktion
Prognose & Verlauf
Behandlungsfolgen
Operationen an der Schilddrüse rangieren nach den Eingriffen am Blinddarm und dem Leistenbruch auf Platz 3 der häufigsten Operationen. Trotzdem ist wie bei jeder Operation auch der Eingriff an der Schilddrüse mit Risiken verbunden: Die Stimmbandnerven und der Nerv zur Steuerung der Kehlkopfmuskulatur können beeinträchtigt werden. In der Folge kann sich vorübergehend die Stimme verändern. Deshalb überprüft normalerweise ein Hals-Nasen-Ohrenarzt vor und nach der Operation die Stimmbänder.
Wurden bei der Operation die Nebenschilddrüsen verletzt, kann sich das negativ auf den Kalziumstoffwechsel auswirken. Die Betroffenen müssen dann lebenslang Kalziumtabletten und eventuell auch Vitamin D einnehmen.
Falls nach dem Absetzen der Medikamente erneut zu viele Hormone produziert werden, muss unter Umständen eine lebenslange Therapie durchgeführt werden. Dies ist insbesondere bei älteren Patienten und bei einer durch Autonomie verursachten Überfunktion der Fall.
Auch Radio-Jod-Therapien und Operationen an der Schilddrüse haben häufig eine lebenslange Medikamenteneinnahme von künstlichen Hormonen zur Folge, da die körpereigene Hormonherstellung nach dem Eingriff nicht mehr ausreicht.
Auch wenn eine Therapie erfolgreich war, sind lebenslange regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Schilddrüse und der Blutwerte (TSH, T3 und T4) notwendig. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie nach einer immunbedingten Hyperthyreose regelmäßig die Augen untersuchen lassen. Denn in jedem 2. Fall kann 1-2 Jahre nach einer erfolgreichen Behandlung eine Entzündung der Augenhöhle (endokrine Orbitopathie) auftreten.
Prognose
Dank moderner Therapiemöglichkeiten kann man mit einer Schilddrüsenüberfunktion in den meisten Fällen ein normales Leben führen. Im Falle einer thyreotoxische Krise liegt die Sterblichkeit jedoch immer noch bei 20-30%.
Morbus Basedow bildet sich bei etwa der Hälfte aller Patienten sogar von alleine zurück. Allerdings kann diese Erkrankung auch nach einer Therapie wieder auftreten. Eine Operation oder eine Radio-Jod-Therapie sind dann unumgänglich. Häufig tritt Morbus Basedow mit anderen Autoimmunkrankheiten, wie z.B. Gelenkrheumatismus, der Darmkrankheit Morbus Crohn oder Diabetes Typ I auf.


