
Kapselendoskopie
Anwendung
Dünndarm-Kapselendoskopie
Die Dünndarm-Kapselendoskopie wird in Ergänzung zu anderen Methoden zur Diagnosestellung bei unklaren Blutungen des Dünndarms sowie zur Abklärung bei Verdacht auf Morbus Crohn, Tumoren, Polypen oder Zöliakie eingesetzt. Die Methode ist das bevorzugte Verfahren zur Untersuchung des Dünndarms bei bestimmten Fragestellungen. Patienten mit Erkrankungen des Dünndarms haben sehr häufig eine lange Leidenszeit, bevor ihre Erkrankung erkannt und entsprechend behandelt werden kann.
Bei ambulanter Durchführung der Untersuchung erstatten die privaten Krankenkassen die Kosten bei der Indikation „unklare Blutung im Darm" („unklare intestinale Blutung") ohne vorherigen Antrag. Bei anderen Indikationen ist eine vorherige Abklärung mit der Kasse nötig. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten nur in begründeten Einzelfällen. Im stationären Bereich ist die Kostenerstattung über Fallpauschalen (DRG-System) geregelt, so fern ein Grund für eine stationäre Krankenhausbehandlung besteht. Bei stationärer Aufnahme zur Durchführung einer Kapselendoskopie wird im Regelfall von den Krankenkassen die Kostenübernahme abgelehnt.
Dickdarm-Kapselendoskopie
Eine mögliche Indikation für die Durchführung einer Dickdarm-Kapselendoskopie ist die Darmkrebsvorsorge und -früherkennung. Im Vergleich zur herkömmlichen Darmspiegelung verursacht die Kapselendoskopie keinerlei unangenehme Empfindungen oder Schmerzen. Allerdings ist die Darmvorbereitung identisch, und die Koloskopie wird üblicherweise mit einer Spritze angeboten, die Unannehmlichkeiten reduziert bzw. ausschließt. Nach der gegenwärtigen Datenlage liegt die Genauigkeit der Kapselendoskopie noch unter derjenigen der Koloskopie. Aufgrund der Patientenfreundlichkeit könnte sie zukünftig eine Alternative für Personen darstellen, die eine herkömmliche Koloskopie ablehnen oder bei denen diese nicht durchgeführt werden kann. Dadurch könnte sie dazu beitragen die bisher leider viel zu niedrige Akzeptanz der Darmkrebsvorsorge zu erhöhen. Zu beachten ist jedoch, dass die Kapselendoskopie ein rein diagnostisches Verfahren ist und im Gegensatz zur herkömmlichen Koloskopie gefundene Darmpolypen nicht direkt abgetragen werden können. Dies bedeutet, dass im Falle einer Gewebeentnahme oder Polyp-Entfernung eine konventionelle Koloskopie angeschlossen werden muss.
Weitere Anwendungsgebiete für die Zukunft könnten Risikopatienten sein, die beispielsweise Blut verdünnende Medikamente einnehmen, oder Erkrankungen, die eine konventionelle Koloskopie nicht oder nur mit hohem Risiko zulassen.
Die Übernahme der Kosten ist von den Krankenkassen noch nicht geregelt. Versicherte sollten nach Beratung mit ihrem Arzt diese Frage am besten vor der Untersuchung direkt mit ihrer Krankenkasse klären.
Kapselendoskopie der Speiseröhre
Im Falle der Speiseröhre ist die Kapselendoskopie eine nicht-invasive, patientenfreundliche Alternative zu anderen Untersuchungsmethoden, speziell bei Verdacht auf Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagus-Varizen) und zur Diagnose von Zellveränderungen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen (Barrett-Syndrom).
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Untersuchung nicht.


