Internisten im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

Venöse Thrombose

Symptome einer Thrombose


Symptome bei einer ThromboseThrombosen bilden sich vorwiegend in den tief gelegenen Beinvenen und Beckenvenen. Neben der Größe des sich bildenden Gerinnsels ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich ein Thrombus bildet, entscheidend für das Ausmaß einer Thrombose. So ist ein plötzlich eintretender, vollständiger Verschluss einer Vene mit einem wesentlich ausgeprägteren Krankheitsbild verbunden als eine langsam fortschreitende, unter Umständen mehrere Tage oder Wochen andauernde Gerinnselbildung, die erst allmählich zu einem Verschluss führt. Nur wenn es die Zeit erlaubt, kann es zur Ausbildung von Umgehungsvenen kommen, die den Prozess deutlich entschärfen.

Das Krankheitsbild der Thrombose unterscheidet sich je nach Art und Lage der Thrombose. Im Wesentlichen werden die oberflächliche Thrombophlebitis und die tiefe Phlebothrombose von einander unterschieden.

Thrombophlebitis

Hierbei handelt es sich zunächst um eine Entzündung und Thrombose der unter der Hautoberfläche verlaufenden oberflächlichen Venen als typische Komplikation von Krampfadern. Frauen sind hiervon etwa 4-mal häufiger betroffen als Männer. Aber auch bei gesunden Gefäßen kann es in Folge einer Verletzung oder Infektion zu einer Thrombophlebitis kommen. Die erkrankte Vene zeigt die klassischen Anzeichen einer Entzündung: Überwärmung, Rötung, Schwellung und Schmerz. Im Rahmen der Entzündungsprozesse kommt es dann zu Verletzungen der Gefäßinnenwand und schließlich zur Entstehung eines Thrombus.

In 90% der Fälle tritt eine Thrombophlebitis in den Beinen auf. Seltener findet sich diese Thromboseform an den Armen - meist als unerwünschte Folge eines Venenkatheters oder einer Kanüle, die der Gabe von Medikamenten oder der Blutabnahme dienen. Nicht selten werden Venenwände auch bei Infusionen gereizt oder verletzt, so dass sie sich entzünden (Infusionsthrombophlebitis).

Eine seltene septische Thrombophlebitis entsteht als Folge einer bakteriell bedingten Blutvergiftung mit Entzündung des umgebenden Gewebes: Bakterien dringen in die Vene ein und verursachen einen Abszess.

Eine Thrombophlebitis migrans breitet sich kontinuierlich im oberflächlichen Venensystem aus. Häufig liegt in einem solchen Fall ein Tumor vor. Die Thrombophlebitis saltans, auch als „springende" Thrombophlebitis bezeichnet, tritt als münzgroße Rötung im Verlauf der oberflächlich verlaufenden Venen auf und ist nicht an das Vorliegen von Krampfadern gekoppelt. Die Entzündungserscheinungen betreffen kurze Venensegmente und klingen schon nach wenigen Tagen wieder ab, um dann allerdings an anderer Stelle in gleicher Form erneut aufzutreten. Die Erkrankung bricht in Intervallen von Wochen oder Monaten schubweise aus.

Phlebothrombosen

Bei der Phlebothrombose handelt es sich um einen akuten Verschluss tiefer im Körper oder in den Gliedmaßen liegenden Venen, sie wird deshalb auch als „tiefe Venenthrombose" bezeichnet. Am häufigsten betroffen sind die Venen der Beine (60%) und des Beckens (30%). Tiefe Venenthrombosen an den Armen sind hingegen sehr viel seltener (0,5-1,5%).

Tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose

Der Thrombus entsteht hier meistens im Bereich der Wadenmuskelvenen und beeinträchtigt die Funktion der Venenklappen. Zunächst bilden sich kleinere Gerinnsel, die jedoch rasch heranwachsen und zu einem Gefäßverschluss führen können. Während die Thrombose an Größe zunimmt, werden immer mehr venöse Zuflüsse blockiert, bis es zum Vollbild der tiefen Beinvenenthrombose kommt, das in 50% der Fälle mit Schmerzen, Schwellung und bläulich-fahle Verfärbung des betroffenen Beines einhergeht.

Sonderformen der Phlebothrombose:

Thrombose der V. subclavia bzw. V. axillaris

Hierbei handelt es sich um eine Thrombose der tiefen Arm-, Achsel- oder Schlüsselbeinvenen, oft in Folge körperlicher Überanstrengung (z.B. beim Sport oder handwerklichen Tätigkeiten „über Kopf"), auf Grund eines Tumors oder eines zentralen Venenkatheters. Häufig treten dabei gestaute Venen am Handrücken und deutliche venöse Neben- oder Seitenäste (Kollateralen) auf.

Thrombose der unteren Hohlvene

Die Thrombose der unteren Hohlvene (V. cava inferior) tritt meist im Rahmen einer Tumorerkrankung auf. Da diese voluminöse Vene den Rücktransport des Blutes aller Organe unterhalb des Zwerchfells zum Herzen gewährleistet, bedingt ihr thrombotischer Verschluss das Anschwellen beider Beine.

Phlegmasia coerulea dolens

Dies ist eine schlagartig einsetzende, komplette Thrombose aller Venen einer Extremität. Sie ist gekennzeichnet durch äußerst schmerzhafte Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödem) und eine bläulich-fahle Verfärbung der betroffenen Extremität. Da auf Grund der ausgedehnten Schwellung auch die Arterien  der betroffenen Gliedmasse abgedrückt werden, besteht die Gefahr, dass die betroffene Extremität aufgrund der Mangeldurchblutung abstirbt.

Reisethrombose (Economy-Class-Syndrom)

Hierbei handelt es sich um eine tiefe Venenthrombose während oder nach einer längeren Reise von mehr als 5 Stunden in sitzender Position. Betroffene gehören oft nicht zu den klassischen Risikogruppen. In Folge des langen Sitzens wird der Blutfluss langsamer. Zusätzlich wird durch die Lufttrockenheit der Kabine bei mangelhafter Flüssigkeitszufuhr das Blut „dicker" und die Gefahr der Blutgerinnung steigt. Das Tragen enger Kleidung kann den Blutfluss in den Venen noch weiter verlangsamen.

Bemerkbar macht sich diese Form der Thrombose durch Ödeme im Knöchel- und Unterschenkelbereich und Schmerzen insbesondere beim Auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Lungenembolie kommen.

« vorherige Seite

nächste Seite »

Artikel mit Unterseiten drucken   Artikel empfehlen

Zum Thema