
Typ-2-Diabetes
Behandlung akuter Komplikationen
Diabetisches Koma
Patienten im diabetischen Koma müssen sofort auf einer Intensivstation behandelt werden. Ersthelfer können lediglich den Notarzt rufen und den Patienten in stabiler Seitenlage lagern.
Bei der Behandlung eines diabetischen Komas ist es wichtig, dass der Blutzuckerwert langsam gesenkt wird, da sonst leicht ein Gehirnödem entstehen kann. Außerdem muss der Arzt dem Körper des Patienten Wasser und Salzlösung (v. a. Kalium) zuführen. Insulin wird bei einem diabetischen Koma in die Vene gespritzt, da es so besser dosiert und die Wirkung exakter gesteuert werden kann. Mit speziellen Medikamenten (Bikarbonaten) kann der Arzt einer Übersäuerung des Bluts entgegenwirken. Nicht zuletzt muss der behandelnde Arzt auch die komaauslösenden Erkrankungen behandeln.
Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Fällt der Blutzucker unter einen Wert von 50 mg%, spricht der Internist von einer Unterzuckerung. Sie tritt immer dann auf, wenn zuviel Insulin im Blut vorhanden ist (absoluter oder relativer Insulinüberschuss) und die Blutzuckerkonzentration dadurch abfällt. Je niedriger der durchschnittliche Blutzuckerwert eines Diabetes-Patienten ist, desto eher kann eine Unterzuckerung auftreten.
Durch den Abfall der Blutzuckerwerte erhält das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend Energie. Schädigungen des Nervensystems treten deshalb bereits nach kurzer Zeit auf. Bleibt das Gehirn längere Zeit unterversorgt, sind die Schäden nicht wieder rückgängig zu machen. Schwere Unterzuckerungen führen zu Bewusstseinsstörungen oder -verlust, Koma bis hin zum Tod.
Ist der Patient ansprechbar und zeigt Anzeichen von leichter Unterzuckerung, wie z. B.
- Heißhunger, Übelkeit, Erbrechen, Angst, Blässe, Zittern, Unruhe
- Kopfschmerzen, Nervosität, weiche Knie, Verwirrtheit
muss er sofort Kohlenhydrate zu sich nehmen (2 Broteinheiten Traubenzucker, 8 Stück Würfelzucker oder 250 Milliliter Cola oder Fruchtsaft). Für eine schnelle Wirkung sind 20-25 Gramm Traubenzucker notwendig.
Ist der Patient nicht ansprechbar und treten Zeichen von schwerer Unterzuckerung auf, wie
- Sehstörungen, Sprach- und Riechstörungen, Konzentrationsmangel, Aggressivität, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit
müssen mindestens 60-100 Milliliter 40%ige Glukose in die Vene gespritzt werden. Wenn das nicht möglich ist, wird 1 Milligramm Glukagon unter die Haut oder die Muskulatur gespritzt und danach sofort Kohlenhydrate verabreicht. Kommt der Patient danach nicht wieder zu Bewusstsein, muss unbedingt ein Notarzt gerufen werden.
Zum Thema
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